SteuerR - Theorie - Einkommenssteuer
81 flashcards · Law · by daniel-eder
Wir haben in D den Hauptwohnsitz und in Ö eine Ferienwohnung und die nutzen wir nur 2 Wochen im Jahr, haben wir dann auch einen Wohnsitz in Ö, der zur unbeschränkten Steuerpflicht führt?
gem § 26 (1) BAO Wohnsitz dort, wo jmd eine Wohnung innehat und sie beibehalten und benutzen wird auch bei Ferienwohnung gegeben Somit grds unbeschräntke Steuerpflicht iSd § 1 (2) EStG Aber § 1 ZW-VO hebt Abgabepflicht auf, wenn Wohnung nicht mehr als 70 Tage im Jahr genutzt und Verzeichnis über Benutzung geführt wird
Wie verhält sich die unbeschränkte Steuerpflicht für Grenzgänger = Wenn man in D an der Grenze wohnt und täglich nach Ö pendelt?
Dann begründet man keine unbeschränkte Steuerpflicht in Ö, auch wenn man täglich für die Arbeitsverrichtung in Ö ist, in D bleibt man dann unbeschränkt steuerpflichtig. weil kein Wohnsitz gem § 26 (1) BAO und kein gewöhnlicher Aufenthalt iSd § 26 (2) BAO -> man fährt ja jeden Tag nach D zurück
Einkünfte vs Einkommen?
vlg § 2 (2) und (3) EStG Einkünfte = Nettogröße Einnahmen minus Werbekosten und Betriebsausgaben Einkommen Einkünfte minus Verlust, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen -> vom Einkommen wird die Einkommenssteuer berechnet
Steuerbare und nicht steuerbare Einkünfte
Steuerbar ist nur, was unter die 7 Einkunftsarten des § 2 (3) Z1-Z7 fällt Außerdem zählt nicht als steuerbare Einkunft was unter Liebhaberei iSd L-VO fällt = was langfristig keine Gewinne erzielt
Was sind typische Einkünfte, für die Liebhaberei ex lege anzunehmen ist (und damit nicht steuerbar)?
gem § 1 (2) Z3 L-VO Vermietung und Verpachtung außer es wird Planungsrechnung vorgelegt, dass binnen 20 Jahren positive Einkünfte erzielt werden können gem § 2 (4) 2. TB L-VO gem § 1 (2) Z2 L-VO zB Kunsthandel Tätigkeit die persönlicher Neigung des Steuerpflichtigen entspringt = liegt persönlichen Interesse und verursacht hohe Verluste aber auch zb Modelleisenbahnbauer der Führungen anbietet gem § 1 (2) Z1 L-VO zb Hobbies wie Yacht, Jagd Nutzung im Rahmen der Lebensführung
Ist § 2 (3) Z7 EStG ein Auffangtatbestand?
Nein! Wortlaut: "Sonstige Einkünfte iSd § 29 EStG" also nur alles was in § 29 aufgelistet ist und nicht etwa "alles was nicht unter Z1-Z6 fällt" -> alles was nicht von Z1-Z7 abgedeckt ist ist nicht steuerbar
nicht steuerbar vs steuerfrei + Beispiele
Wichtige Unterscheidung! nicht steuerbar = alles, was nicht unter die 7 Einkunftsarten des § 2 (3) EStG fällt. es ist also vom Anwendungsbereich von vorneherein ausgenommen neben allem was in § 2 (3) nicht aufgeführt ist auch alles was unter § 26 EStG fällt alles was unter L-VO fällt -> explizit als nicht zu den Einkünften gehörig normiert! -> hier insb § 26 EStG genau lesen steuerfrei Fällt eigentlich in den Anwendungsbereich der 7 Einkunftsarten, ist aber dann befreit taxativaufgezählt in § 3…
Beurteilung von unentgeltlicher Überlassung von digitalen Arbeitsmitteln(zb Laptop für Home Office) Steuerbar, nicht steuerbar oder steuerfrei?
Neu Normiert!! in § 26 Z9 EStG -> somit nicht steuerbar weil nicht unter 7 Einkunftsarten des § 2 (3) EStG zu zählen -> man muss keinen Sachbezug versteuern, sondern es fällt unter die nicht steuerbaren Bezüge
Unterschied Freibetrag - Absetzbetrag?
Freibeträge werden abgezogen, bevor die Steuerlast ermittelt wird -> dh wird von den Einkünften abgezogen um das Einkommen zu ermitteln = vermindern nur die Bemessungsgrundlage Absetzbeträge werden von der Steuerschuld abgezogen. Wenn wir einen Absetzbetrag von 1.500€ haben und wir haben eine Steuer von 10.000€, dann können wir diese 1.500€ direkt davon abziehen und haben dann noch eine verbleibende Steuerschuld von 8.500.
Bei welchen Einkünften können Betriebsausgaben geltend gemacht werden und bei welchen die Werbungskosten?
§ 2 (3) Z1-3 EStG = § 21-23 EStG Betriebliche EInkunftsarten -> Betriebsausgaben gem § 4 - 14 EStG § 2 (3) Z4-7 EStG = § 25, 27-29 EStG Außerbetriebliche Einkunftsarten -> Werbekosten gem § 15, 16 EStG
Wie verhalten sich Wertänderungen (Steigerung/Verluste) des Vermögens bei den verschiedenen Einkunftsarten?
bei außerbetrieblichen Einkünften sind Wertänderungen grds steuerneutral aber beachte Ausnahmen bei Verkauf: § 27 EStG: realisierte Wertsteigerungen von Kapitalvermögen (= durch Verkauf) § 30: privater Grundstücksverkauf (siehe (2) für Ausnahmen) § 31: Spekulationsgeschäfte bei betrieblichen sind sie steuerwirksam, man spricht von der Reinvermögenszugangstheorie
Nenne die Nebeneinkunftsarten
Kapitalvermögen Vermietung und Verpachtung sonstige Einkünfte
Nenne die Haupteinkunftsarten?
Land und Forstwirtschaft Selbstständige Arbeit Gewerbebetrieb nichtselbstständige Arbeit
Was bedeutet die Subsidiarität der Nebeneinkunftsarten?
= Einkünfte gehören nur dann zu den Nebeneinkunftsarten, wenn sie nicht im Rahmen einer der 4 Haupteinkunftsarten angefallen sind (ist jeweils im § 27, 28, 29 EStG ausdrücklich normiert) zB Zinserträge fallen eigentlich unter § 27 Kapitalvermögen aber wenn man sie aus einem Darlehen im Rahmen eines Gewerbebetriebs erzielt fallen sie unter § 23 statt § 27 wenn man das stattdessen aus einem Privatdarlehen an eine Freundin erzielt ist es schon unter § 27
Was wird seit 2021 neu ebenfalls als Land- und Forstwirtschaft im EStG verstanden?
Bienenzucht gem § 21 (1) Z3 4. Fall EStG
Warum ist die Einkommensart Land- und Forstwirtschaft so attraktiv?
wegen der Umsatzsteuerpauschalierung nach § 22 UStG
Was sind die Land- und Forstwirtschaftlichen Nebenbetriebe iSd EStG?
§ 21 (2) Z1 EStG Einkünfte aus diesen Nebenbetrieben gehören zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft statt als gewerbliche Haupteinkünfte (-> dh Land/Forstwirtschaft pauschalierung möglich)! Darf maximal 25% fremde Erzeugnisse verarbeiten (iSv fremde Erzeugnisse dürfen max 25% des Umsatzes lukrieren) -> daher verkauft der Heurigen idr eigene Produkte zB: Zimmervermietung neben Landwirtschaft, Sägewerk eines Försters, Mühle eines Getreidebauern, Winzer mit Heurigen
Was ist die Bettenregel bei Landwirtschaftlichen Nebenbetrieben?
Bis 10 Betten ist Zimmervermietung neben Landwirtschaft ein Nebenbetrieb, über 10 Betten ein eigener Gewerbebetrieb
Was ist die wichtigste Grundregel, dass ein Land- und Forstwirtschaftlicher Nebenbetrieb vorliegt?
Es muss Mindestmaß an Beziehung zum Grund und Boden bestehen = es muss immer eine gewisse Grundstücksfläche involviert sein Es müssen Naturkräfte eingesetzt werden (sprich zb eigenen Wein verkaufen, nicht den eines anderen Weinbauern -> dann wäre man ja Weinhändler)
Unterschied Werkvertrag/Dienstvertrag hinsichtlcih § 22 Z2 1. Fall EStG?
Bei Dienstvertrag kommt es auf Beteiligung > 25% an. Bei Werkvertrag ist leg cit immer einschlägig unabhängig von Beteiligung
Warum sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb ein Auffangtatbestand?
§ 23 Z1 letzter Teilsatz EStG: nur anwendbar wenn weder Einkunft aus L/F noch aus selbständiger Arbeit daher zuerst § 21 und § 22 prüfen, dann erst § 23
Selbständig iSd § 23 EStG?
auf eigene Rechnung und eigene Gefahr = ich trage das Risiko
Nachhaltig iSd § 23 EStG?
Auf Dauer angelegt es reicht aber Wiederholungsabsicht auch bei nur einmaliger Vornahme!
Gewinnabsicht iSd § 23 EStG?
nicht bloß Einnahmen / Kostendeckung, sondern absicht Gewinn zu erzielen
Beteiligung am allg. Wirtschaftlichen Verkehr iSd § 23 EStG
erfordert eine gewisse Öffentlichkeit Darum ist Verkauf auf Willhaben kritisch, könnte alle 4 TB Elemente des § 23 erfüllen, weil man jedenfalls am allg wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt
Pendlerpauschale wo geregelt?
§ 16 (1) Z6 EStG [iVm § 33 (5) EStG]
Kann die KESt Zahlung vermieden werden?
Gem § 27a (5) EStG kann Regelbesteuerung beantragt werden - dh Besteuerung nach Steuerstufen des § 33 EStG Dadurch spart man sich zw 0-11.000 € die Steuer (aber Achtung: anderes Einkommen auch zu beachten!)
Warum muss ich keine Einkommenssteuer mehr zahlen, wenn mir die Bank, bei der ich ein Inlandsdepot habe, den Gewinn auf mein Konto überweist?
Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen gem § 27a (1) EStG der KESt (außer bei Regelbesteuerungsoption nach (5)) Gem § 93 EStG ist die KESt als Abzugssteuer zu erfassen, gem § 95 muss die Bank dies vornehmen. Gem § 97 (1) EStG "Steuerabgeltung" sind diese Einkünfte damit "Endbesteuert", dh Einkommenssteuer ist durch diese Kapitalertragssteuer abgeglichen und die Einkünfte fallen nicht mehr unter § 33 -> der Betrag den ich von der Bank erhalte ist schon KESt-Versteuert
Wie wirkt sich die Regelbesteuerungsoption für Einkünfte aus Kapitalvermögen aus, wenn ich ein Inlandsdepot habe?
Normal führt gem § 27a (1) iVm 93 iVm § 97 EStG die Bank die Steuer schon für mich ab und ich bekomme die schon endbesteuerte Summe aufs Konto die ich nicht weiter Versteuern muss. Wenn ich aber gem § 27a (5) EStG Regelbesteuerung wähle, zahle ich ja die Steuer nach § 33 EStG -> das Finanzamt zahlt dann die KESt zurück.
Was sind Sachinbegriffe iSd § 28 EStG?
bewegliche Wirtschaftsgüter, die in einem gewissen funktionellen Zusammenhang stehen = die wirtschaftlich zusammengehören. Zb Vermietung einer Bibliothek: hier stehen bücher im Zsh mit der Bibliothek und sind daher Sachinbegriffe Oder Wohnung: Wohnungseinrichtung ist Sachinbegriff
Welche Arten der Aufwände unterscheidet man iZm Afa bei Vermietung und Verpachtung?
Instandhaltung: laufende jährliche Aufwendungen zb Rohre tauschen, Ausmalen Instandsetzung: Verlängerung der Nutzungsdauer ohne Substanzveränderung zb Einrichtung austauschen die vorher schon da war Herstellungsaufwand: verlängern der Nutzungsdauer mit Substanzveränderung zb Neubau eines Hauses, Zubau eines Stockwerks Das ist die AfA!
Wie ist Instandsetzung bei der Vermietung und Verpachtung absetzbar?
Nur für Wohngebäude: gem § 28 (2) EStG auf 15 Jahre verteilt werden.
Wie ist Instandhaltung bei der Vermietung und Verpachtung absetzbar?
Grds sofort Abzusetzen nicht regelmäßige können optional auf Antrag gem § 28 (2) EStG auch auf 15 Jahre verteilt werden.
Wie ist Herstellung bei der Vermietung und Verpachtung absetzbar?
Gem § 16 (1) Z8 lit d EStG grds Auf Nutzungsdauer bei Vermietung und Verpachtung: 1,5% pro Jahr ohne Nachweis der Nutzungsdauer das heißt bei VuV: auf 66,6 Jahre Abschreiben, dann habe ich genau 1,5% pro Jahr (weil 1 / 66,6 x 100 = 1.5%)
Welche Vermögensgegenstände fallen unter § 30 EStG?
grds Grundstücke aber subsidiär weil § 30 zur Einkommensart § 29 gehört, und die normiert subsidiarität hinter allen anderen Einkommensarten § 30 selbst schränkt außerdem auf "Grundstücke Betriebsvermögen" ein Zustätzlich zu Grundstücken fallen unter § 30 aber auch: bebaute Grundstücke, dh die Gebäude sind mitumfasst Veräußerung von Rechten, insb Baurechten
Alt und Neuvermögen iSd § 30 EStG?
Betrifft die Berechnung von Einkünften aus der Veräußerung von Privatgrundstücken. Neuvermögen fällt unter § 30 (3) und ist somit einfach Veräußerungserlös - Anschaffungskosten Altvermögen ist gem § 30 (4) alles was vor 31.3.2012 "nicht steuerverfangen" war. da geht es um eine Spekulationsfrist von 10 Jahren dh alles was vor dem 31.3.2002 nicht angeschafft wurde ist Altvermögen Für Altvermögen hat der § 30 (4) zwei Berechnungsfälle die im Gesetzestext gut dargelegt sind. Einfach gesagt muss man…
Welche EInkunftsart ist ein Privatgrundstückverkauf?
Sonstige Einkünfte gem § 29 EStG (Details geregelt in § 30)
Wenn auf einen Verkauf von einem bebauten Grundstück sowohl § 30 (2) Z1 (Hauptwohnsitzbefreiung) und Z2 (Selbstherstellerbefreiung) anwendbar sind, welche Steuerbefreiuung ist besser?
Z1, weil die Befreiuung umfasst auch Grund und Boden neben dem Gebäude Z2 Befreiung umfasst nur Gebäude -> einfach auf den Wortlaut achten
Wie verhält sich der Anschaffungszeitpunkt eines Grundstücks iSd § 30 EStG wenn man das Grundstück nicht über ein Veräußerungesgeschäft erhalten hat - zb geerbt oder geschenkt bekommen? Wie verhält sich das mit der Hauptwohnort-Zeitanrechnung?
AnschaffungsZP des Rechtsvorgängers zählt! Achtung: Hauptwohnortfristen gelten nur für den Verkäufer, nicht für den Rechtsvorgänger, dh der Verkäufer muss selbst drin gewohnt haben (aber auch Wohnzeiten vor SChenkung/Erbe sind einzurechnen)!
Steuersatz für Privatgrundstücksveräußerung?
§ 30a EStG: (1) 30% Sondersteuersatz (2) Regelbesteuerungsoption -> § 33 anwenden
Was heißt bei § 30 (3) "Die Anschaffungskosten sind, um die Herstellungsaufwendungen und Instandsetzungsaufwendungen insoweit zu erhöhen, als diese nicht bei der Vermietung von Einkünften zu berücksichtigen waren."
Wenn ich zb die Fenster getauscht habe ist das auf 15 Jahre abzuschreiben bei der VuV gem § 28 (2) Wenn ich das vor 5 Jahren gemacht habe, hätte ich noch 10 Jahre Abschreibung offen -> diese verbleibenden 10 Jahre darf ich zu den Anschaffungskosten addieren Gleiches gilt für offene Abschreibungen von Herstellungskosten -> das reduziert meinen Gewinnbetrag und damit die Steuerlast beim Verkauf
Was heißt bei § 30 (3) "Die Anschaffungskosten sind um Absetzungen für Abnutzungen, soweit diese bei der Ermittlung von Einkünften abgezogen worden sind, [...] zu vermindern."
Ich muss bereits steuermindernd geltend gemachte Abschreibungen aus Vorjahren von den Anschaffungskosten abziehen. Das erhöht den Gewinnbetrag und die Steuerlast beim Verkauf -> weil das ist Steuer die wir uns ja vorher bei der Afa gespart haben.
Wann sind Spekulationsgeschäfte Steuerfrei?
§ 31 (1) EStG wenn über ein Jahr zw Anschaffung und Verkauf (weil dann kein Spekulationsgeschäft) § 31 (3) EStG wenn unter 440 € im Kalenderjahr
Was ist eine Freigrenze?
zb § 31 (3) EStG Betrag ist nur steuerfrei, solange die Grenze unterschritten ist sobald sie überschritten ist, ist der gesamte Betrag zu versteuern. -> wenn auch nur um 1€ überschritten zahlt man den vollen Betrag (bei § 31 (3) also zb 441 -> steuern auf volle 441 zu zahlen) Dh das genaue Gegenteil des Stufentarif des § 33, wo die ersten 11.000 ein sind, auch wenn man sie überschreitet (dh nur der Überbetrag ist dort zu versteuern) = Freibetrag
Was ist ein Freibetrag?
zb § 33 EStG die ersten 11.000 Auch bei Überschreitung des Betrags bleibt der Freibetrag steuerfrei und nur der Überbetrag ist zu versteuern
Welche Arten der zeitlichen Einkünftezurechnung der Einkommenssteuer gibt es?
Einkommenssteuer ist immer gesondert für jedes Jahr zu ermitteln, es gibt 2 Möglichkeiten bzw Grundprinzipien Prinzip der wirtschaftlichen Zuordnung im betrieblichen Bereich Zu- und Abflussprinzip im außerbetrieblichen
Was ist das Prinzip der wirtschaftlichen Zuordnung bzw wie werden Steuern da abgeführt?
grds Im Betrieblichen Bereich! Es zählt das tatsächliche Leistungsdatum/Lieferdatum, nicht das Zahlungsdatum. Also die Steuer muss fürs Jahr des Leistungsdatum abgeführt werden, wenn man nach diesem Prinzip bilanziert Bsp: Wir sind ein Betrieb und liefern eine Ware, im Dezember 2020, die Bezahlung erfolgt dann im Jänner 2021, da geht es bei der wirtschaftlichen Zuordnung darum, wann ist das Geschäft tatsächlich von statten gegangen? Tatsächliches Datum, also Lieferdatum, Zählt -> Dezember 2020,…
Was ist das Zu- und Abflussprinzip bzw wie werden Steuern da abgeführt?
grds Im Außerbetrieblichen Bereich! Steuern werden dem Jahr zugerechnet, in dem die Zahlung stattgefunden hat (nicht die Leistung). Bsp: Wir sind im außerbetrieblichen Bereich und liefern eine Ware, im Dezember 2020, die Bezahlung erfolgt dann im Jänner 2021. -> Steuer muss 2021 abgeführt werden.
Wann bzw bei Gewinnermittlung nach welchen § ist das Zu- und Abflussprinzip anwendbar und wann das Prinzip der wirtschaftlichen Zuordnung ?
Bei Außerbetrieblichem Bereich immer Zu/Abflussprinzip, weil Überschuss immer nach § 4 (3) EStG ermittelt wird Bei Betrieblichem Bereich § 5 (1), § 4 (1) und § 4 (3) möglich (je nach Rechnungslegungspflicht) Wenn im betrieblichen Bereich § 4 (3) angewendet wird -> Zu/Abflussprinzip Sonst wirtschaftliche Zuordnung
Wie funktioniert die persönliche Einkünftezurechnung?
= wem das Einkommen zugerechnet wird = wer die Steuer Abführen muss Richtet sich grds nach Zivilrecht = wer erhöht die Einkunftsquelle/bewirtschaftet sie/kann über sie verfügen also idr nach Eigentum Durchbrochen beim Fruchtgenuss zb Mutter überschreibt Wohnung an Kinder, ihr kommen aber die Mieteinnahmen weiter zu Kinder sind dann zwar ET aber nicht steuerpflichtig Wichtig: Weitere Ausnahme bei Körperschaften: § 2 (4a) EStG Einkünfte aus persönlicher Tätigkeit sind dem Leistungserbringer zuzur…
Welche Arten der Einkünfteermittlung werden Unterschieden?
§ 2 (4) EStG: Gewinn bei betrieblichen Einkunftsarten Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten bei außerbetrieblichen
Warum ist die Unterscheidung Gewinn / Überschuss iSd Einkünfteermittlung relevant?
unterschiedliche Regelung bei Gewinn -> betriebl Bereich -> ist § 4-14 EStG anwendbar, zb § 8 (1) Afa für Gebäude 2.5%, bei Wohnzweck 1.5% bei Überschuss -> außerbetriebl Bereich -> ist § 15 und 16 EStG anwendbar zb § 16 (1) Z8 lit d Vermietete Gebäude Afa 1.5%, aber nicht für selbst verwendete, weil im außerbetrieblichen mit keinem Wert verlierende Betriebsvermögen gerechnet wird Pendlerpauschale möglich (bei Gewinn nicht)
Wann ist § 4 (1) EStG Zutreffend?
Wenn Voraussetzungen des § 5 (1) EStG nicht vorliegen, aber freiwillig Bücher geführt werden. Wenn bei LuF die Buchführungsgrenzen des § 125 BAO überschritten sind Einheitswert > 150.000 oder 2x Umsatz > 550.000 Wenn bei Einkünften aus selbständiger Arbeit, die Unternehmensrechtlich keinen freien Beruf darstellen die Grenzen des § 189 (2) UGB überschritten werden
Wann ist § 5 (1) EStG Zutreffend?
Zwei Kriterien: Rechnungslegungspflicht (nach § 189 UGB oder anderen Gesetzen ) Gewerbebetrieb DH freie Berufe, Landwirte fallen weg
Wann ist § 4 (3) EStG Zutreffend
Auffangtatbestand, wenn weder § 4 (1) noch § 5 (1)
Wichtigste Unterschiede § 5 (1) EStG zu § 4 (1)?
5 (1) EStG darf gewillkürtes Betriebsvermögen haben UGB ist anwendbar -> Mehr-Weniger Rechnung Abweichendes Wirtschaftsjahr möglich § 4 (1) EStG darf nur notwendiges Betriebsvermögen haben nur Steuerrecht anwendbar, also keine Mehr-Weniger Rechnung
Welche Einkunftsart sind Veräußerungsgewinne?
Sind in § 24 EStG geregelt, aber fallen immer unter die entsprechende betriebliche Einkunftsart, sind also keine eigene. § 21 (2) Z3, § 22 Z5 und § 23 Z 3 EStG nennen Veräußerungsgewinne und verweisen auf § 24 EStG
Was ist wenn die Einkünfteermittlungsart gewechselt wird ? Was ist das Problem und wie wird das geregelt? (zb von § 4 (3) auf § 5 (1) EStG)
Das Problem besteht beim Wechsel zw Prinzip der wirtschaftlichen Zuordnung und dem Zufluss/Abfluss Prinzip Wird zb im Dezember eine Ware bezahlt und dann im Jänner nächsten Jahres geliefert ist sie (je nach Wechselrichtung) entweder in beiden Jahren oder in keinem Jahr Einkommenswirksam, WENN man die Ermittlungsart dazwischen zb mit Jahreswechsel ändert Geregelt in § 4 (10) EStG durch Zu- und Abschläge muss ein Übergangsgewinn- oder Verlust berechnet werden Der Übergangsgewinn ist im nächsten J…
Was ist die Verteilungsbegünstigung?
Geregelt in § 37 (2ff) EStG Verteilung von gewissen Einkünften auf mehrere Jahre hinsichtlich Steuer zb für Veräußerungsgewinne gem § 24 bei min 7 Jahre betrieb -> man kann den Freibetrag des § 33 für jedes Jahr ausnutzen bzw auch die niedrigeren Steuerraten alles auf einmal würde ja sofort in eine höhere Steuerklasse fallen, wenn hohe beträge
Wie sind Betriebsveräußerungen begünstigt?
§ 37 (2) Z1 EStG Verteilung auf 3 Jahre wenn Betrieb min 7 Jahre gelaufen vor Verkauf § 37 (1) 1. Fall iVm § 37 (5) Halbierung des (Durchschnitts-)Steuersatzes wenn Betrieb 7 Jahre gelaufen und Z1-3 des leg cit vorliegen
Was ist besonders zu beachten, wenn ein § 4 (3) EStG Einkünfteermittler den Betrieb aufgibt?
§ 24 (2) EStG schreibt für die Ermittlung des Veräußerungsgewinnes die Ermittlung nach § 4 (1) oder § 5 (1) vor. weil eine Bilanz aufgestellt werden muss, um die Buchwerte zu ermitteln Dh § 4 (1) EStG ist hier sehr relevant - weil es muss von § 4 (3) auf § 4 (1) oder § 5 (1) umgestellt werden und Übergangsgewinn/verlust ermittelt werden Und dann nach dem neuen Ermittlungsverfahren der Veräußerungsgewinn!
Was ist der Verlustausgleich?
§ 2 (2) EStG = Bei Einkommensberechnung darf der Verlust abgezogen werden. Zwei Arten: Horizontal = innerhalb der Einkunftsart zb 2 Betriebe nach § 23, einer macht Gewinn, einer macht Verlust, die Differenz ist das Einkommen nach § 23 Vertikal = über alle Einkunftsarten zb zum Beispiel oben kommennoch Verluste aus § 28 EStG, die darf ich auch abziehen
Wie ist der Verlustausgleich eingeschränkt?
Kein Ausgleich mit Verlusten aus Liebhaberei oder Privatvermögen Bei Spekulationsgeschäften darf gem § 29 Z3 und § 31 (4) EStG nur Horizontal (innerhalb der Einkommensart) nicht aber Vertikal (mit anderen Einkommensarten) ausgeglichen gem § 30 (7) Verluste aus Privaten Grundstücksverkauf nur Horizontal (innerhalb der Einkunftsart) ausgleichbar, sowie Vertikal mit VuV iSd § 28 Sonderregelung: Auf 60% gekürzt und auf 15 Jahre verteilt, oder auf Antrag im Verlustjahr direkt 60% ausgleichen Diverse…
Was ist der Verlustvortrag?
gem § 18 (6) EStG Verlust aus Vorjahr kann geltend gemacht werden. nur im betrieblichen Bereich dh nur Verluste aus betrieblichen Einkünften können vorgetragen werden ins nächste Jahr Die Einschränkung auf den betrieblichen Bereich (obwohl alle anderen Sonderausgaben auch im außerbetrieblichen Bereich möglich sind) ergibt sich aus dem Wortlaut von leg cit: "Dies gilt nur, wenn die Verluste durch ordnungsgemäße Buchführung oder bei Steuerpflichtigen die ihren Gewinn gem § 4 (3) ermitteln durch o…
Wie lange können Verluste vorgetragen werden?
Unendlich! Dh wenn ich in Jahr 2016 ein Einkommen von -200.000 habe, und dann im Jahr 2017 einen Gewinn von 100.000 bleibt mir noch immer -100.000, die ich dann 2018 geltend machen kann
Wo können Sonderausgaben geltend gemacht werden?
Sowohl betrieblich als auch außerbetrieblich! Bis auf § 18 (6) Verlustvortrag, der geht nur betrieblich
Was sind nicht abzugsfähige Aufwendungen?
Geregelt in § 20 EStG Schränken ein, welche Aufwendungen die im Zshg mit einer Einkunftsquelle entstehen, abzugsfähig sind
Was sind außergewöhnliche Belastungen?
Geregelt in § 34 EStG Wie der Name sagt müssen sie außergewöhnlich sein. Definition dazu im § 34 (1) Z1-3 iVm (2) - (4) außergewöhnlich zwangsläufig wirtschaftlich Beeinträchtigend = übersteigen Selbstbehalt In (6) sind Belastungen geregelt die ohne Selbstbehalt abgezogen werden können Wichtig: Belastungen müssen selbst getragen werden, wenn sie von Versicherung oÄ erstattet werden sind sie nicht abzugsfähig
Welche Steuerbegünstigung kommt Künstlern und Schriftstellern zu?
§ 37 (9) EStG Einkünfteverteilung auf 3 Jahre, beginnend mit 2 Jahren vor dem Gewinneintritt zB 2016 35.000 Gewinn je 2014, 2015 und 2016 1/3 -> daher jeweils die Steuerfreien 11k (bzw wenn höher die niedrigeren % ) statt direkt eine hohe Steuerklasse im Jahr 2016
Was ist das Transparenzprinzip?
Betrifft Personengesellschaften Alle Geldflüsse werden am Jahresende den hinter der Gesellschaft stehenden Gesellschaftern direkt zugerechnet dh aus Einkommenssteuersicht gibt es keine Personengesellschaft sondern die natürlichen Personen dahinter sind die Steuersubjekte
Was bedeutet "Mitunternehmer" im EStG?
§ 21 (2) Z2, § 22 Z3 und § 23 Z 2 = Gesellschafter von Personengesellschaften
Wie wirken Leistungen eines Gesellschafters an seine Personengesellschaft, zb Vermieten eines Grundstücks, wenn er dies aus der Außerbetrieblichen Sphäre tut?
werden in der Gesellschaft als Betriebsausgabe berücksichtigt (reduzieren den zu verteilenden Gewinn) Werden dem Gesellschafter aber wieder hinzugerechnet als Einkommen aus der jeweiligen Einkommensart gem § 21 (2) Z2, § 22 Z3 und § 23 Z 2 (Vergütung für Überlassung von Wirtschaftsgütern) = Sonderbetriebseinnahmen Der Gesellschafter kann dann davon Sonderbetriebsausgaben abziehen
Wie wirken Leistungen eines Gesellschafters an seine Personengesellschaft, zb Vermieten eines Grundstücks, wenn er dies aus einer Btrieblichen Sphäre tut?
= Zwischenbetriebliche Leistung = von einem Betrieb der dem Gesellschafter zugeordnet ist Wird bis Fremdüblichkeit anerkannt dh für Gesellschaft eine Betriebsausgabe für den Gesellschafter in seinem Betrieb eine Betriebseinnahme und nicht Gewinnanteil an der Personengesellschaft
Welche Endbesteuerungen gibt es?
Kapitalvermögen gem § 93ff durch Bank abzuliefern Immobilienertragssteuer gem § 30b, 30c durch Parteienvertreter abzuliefern
Was ist die Endbesteuerungswirkung?
Für Einkünfte die Endbesteuert sind (Kapitalvermögen, Immobilienertragssteuer) muss keine Einkommenssteuererklärung abgegeben werden da sie gesondert besteuert wurden und nicht unter § 33 fallen
Was ist wenn man in mehreren Ländern steuerpflichtig ist, also Doppelbesteuerung, kann man da etwas tun?
Bei Doppelbesteuerungsabkommen Antrag nach § 48 BAO, dass die schon in einem anderen Land bezahlten steuern angerechnet werden Bei Lücke im Abkommen oder fehlendem Abkommen Einzelantrag ans BMF um gem § 48 (5) die ausländische Steuer anzurechnen
Was ist ein Doppelbesteuerungsabkommen?
Basieren auf OECD-MA Regeln wie 2 Staaten sich die Einkünfte zuteilen, dh welcher Staat besteuert und welcher nicht. Es wird NICHT inhaltlich geregelt wie hoch die Steuer ist oÄ
Welche zwei Methoden der Doppelbesteuerungsabkommen gibtt es?
Befreiungsmethode nach Art 23 A OECD-MA idR unter Progressionsvorbehalt Anrechnungsmethode
Wie funktioniert die Befreiungsmethode der Doppelbesteuerungsabkommen? zB: A hat seinen Wohnsitz in Österreich. Aus Österreich bezieht Einkünfte in der Höhe von € 10.000 aus einem Gewerbebetrieb. Außerdem bezieht er aus einem in Frankreich gelegenen und vermieteten Grundstück € 50.000 an Mieteinnahmen. Frankreich will dafür € 10.000 an Steuern. Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen das die Befreiungsmethode festlegt.
Wohnsitz in Ö, also grds unbeschränkt Steuerpflichtig für sein weltweites Einkommen. Wir berechnen zuerst den Durchschnittssteuersatz über die vollen 60.000, das sind ca 30 % Dann befreie ich die 50.000 die in Frankreich angefallen sind, weil die werden dort ja versteuert mit 10.000. Die restlichen 10.000 besteuere ich aber jetzt mit dem Durchschnittssatz von 30% (statt 0% nach § 33 EStG). Dh in Ö fallen dann 3.000 an Steuern an
Wie funktioniert die Anrechnungsmethode der Doppelbesteuerungsabkommen zB: A hat seinen Wohnsitz in Österreich. Aus Österreich bezieht Einkünfte in der Höhe von € 10.000 aus einem Gewerbebetrieb. Außerdem bezieht er aus einem in Frankreich gelegenen und vermieteten Grundstück € 50.000 an Mieteinnahmen. Frankreich will dafür € 10.000 an Steuern. Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen das die Anrechnungsmethode festlegt.
Wohnsitz in Ö, also grds unbeschränkt Steuerpflichtig für sein weltweites Einkommen. Wir berechnen nun was er in Ö zahlen würde, bei 60.000 kommen wir auf einen Durschnittssteuersatz von ca 30%, also ca 18.000 € Steuerlast in Ö. Auf das rechnen wir nun die in Frankreich für die €50.000 bezahlten Steuern von 10.000 € an. In Ö bleiben dann €8.000 steuerlast übrig
Was ist außergewöhnliche Abschreibung?
§ 8 (4) EStG nur bis 60% Vertikal (mit anderen Einkunftsarten) gegenrechenbar und nur wenn nicht schon Horizontal (innerhalb der Einkunftsart) gegengerechnet dort könnte ich sie zu 100% rechnen