Allgemeine Psychologie - Lernen & Behaviorismus
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Definiere den Begriff "Lernen".
Lernen ist ein Prozess, der als Ergebnis von Erfahrungen relativ langfristige Änderungen im Verhaltenspotential erzeugt. (vgl. Anderson 2000) Lernen ist nicht: Reifung (angeboren), Gewöhnung (Habituation), Prägung (Lorenz' Gänse)
Beschreibe die Grundprinzipien des Behaviorismus.
Prinzip der Reiz-Reaktions-Maschine bei Reiz A würde immer Reaktion B erfolgen BlackBox: Ausblenden der inneren Gedankenprozesse Wunsch nach Vorhersage und Kontrolle des Verhaltens
Erläutere die drei Phasen der klassischen Konditionierung.
Phase 1) Vor der Konditionierung UCS: Unkonditionierter Stimulus z.b. Futter UR: Unkonditionierte Reaktion z.b. Speichelfluss separater NS: Neutraler Stimulus z.b. Glocke Phase 2) Während der Konditionierung UCS: Unkonditionierter Stimulus Futter kombiniert mit CS: Konditionierter Stimulus Glocke UR: Unkonditionierte Reaktion Speichelfluss Phase 3) Nach der Konditionierung Nur noch CS: Konditionierter Stimulus Glocke CR: Konditionierte Reaktion Speichelfluss
In Pavlovs Experiment zur klassischen Konditionierung am Beispiel des Hundes ist das Futter der UCS und der Speichelfluss die UCR. Anfangs ist die Glocke der NS. Im Laufe des Konditionierungsprozesses wird die Glocke zum CS. Am Ende löst allein die Glocke den Speichelfluss als CR aus.
Gesuchte Abkürzungen: NS (neutraler Stimulus) UCS (unkonditionierter Stimulus) CS (konditionierter Stimulus) UCR (unkonditionierte Reaktion) CR (konditionierte Reaktion)
Erläutere unter dem Aspekt des zeitlichen Ablaufs (Kontiguität), die Varianten der klassischen Konditionierung und welche die Stärkste und welche die Schwächste ist.
Kontiguität: Zeitliche Nähe von CS und UCS Verzögerte Konditionierung UCS setzt genau nach Ende des CS ein Beste, weil: hohe Salienz des CS endet genau dann, wenn hohe Salienz des UCS einsetzt Aufmerksamkeit wäre in den anderen Varianten zwischen mehreren Reizen geteilt Spurenkonditionierung UCS setzt erst eine kurze Zeit nach Ende des CS ein Simultane Konditionierung UCS und CS werden zeitgleich präsentiert Rückwärtskonditionierung das Schwächste CS wird erst nach Ende des UCS präsentiert (Que…
Beschreibe aus der klassischen Konditionierung die Begriffe Erwerb, Löschung und Spontanremission
Erwerb: UCS (z.b. Futter) und CS (z.b. Ton) werden kombiniert dargeboten Löschung: Nur noch der CS wird über längeren Zeitraum präsentiert (ohne UCS) Die Reaktion auf den CS wird immer schwächer Schließlich ist die Verbindung zwischen CS und Reaktion gelöscht/entfernt Spontanremission: Der als gelöscht erwartete CS löst plötzlich wieder eine Reaktion aus Theorie: Es existieren 2 Lernbahnen Die ursprüngliche Lernbahn als der Stimulus noch neutral war Die Lernbahn als der Stimulus zum CS wurde je…
Erläutere den Begriff der Kontingenz im Rahmen der klassischen Konditionierung.
Kontingenz Vorhersagekraft des CS auf den UCS Hohe Kontingenz: Wenn CS und UCS nur gemeinsam auftreten Niedrige Kontingenz: CS und UCS treten teils zwar gemeinsam auf, aber UCS tritt auch häufig alleine auf Kontingenz hat höheren Einfluss auf Konditionierungserfolg (als bloße Kontiguität)! (Quelle: Müsseler, J., & Rieger, M. (2017) Allgemeine Psychologie (3. Aufl.), Springer)
Beschreibe den Begriff des Reizgeneralisierunsgradienten und der Reizdiskrimination.
Auch dem ursprl. Stimulus sehr ähnliche Reize können eine Reaktion auslösen z.b. ähnliche Tonhöhe einer Pfeife Es kann von einem Reiz auf ähnliche Reize generalisiert werden Reizdiskrimination: Zwischen Reizen unterscheiden können
Erläutere die Grundmethoden der operanten Konditionierung, um auf adäquates Verhalten und inadäquates Verhalten zu reagieren.
Adäquates Verhalten (+) positive Verstärkung z.b. Bonuszahlung (-) Auslassen einer Bestrafung z.b. Kein Stubenarrest Inadäquates Verhalten (+) positive Bestrafung Handyverbot (-) Auslassung einer Belohnung Diese Woche kein Taschengel Legende: (+) "positiv" weil Reiz hinzugefügt wird (-) Reiz wird weggelassen
Beschreibe die folgenden Begriffe der operanten Konditionierung: Shaping und Chaining
Ziel: Komplexere Verhaltensweisen z.b. bei Tieren anzutrainieren. Shaping Erst Zwischenschritte belohnen, anschließend das Gesamtziel Chaining Mehrere konditionierte Verhaltensweisen zusammenwirken lassen
Inzidentelles Lernen ist Implizit (Explizit/Implizit). Hypothesengeleitetes Lernen ist Explizit (Explizit/Implizit).
Explizit: Semantische Erinnerungen Episodische Erinnerungen Implizit: z.B. Fahrrad fahren
Im Behaviorismus ist Watson bekannt für das Angst-Experiment mit dem Kind namens Little Albert, bei dem das laute Geräusch des Schlagens mit einem Hammer mit folgenden Tier verknüpft wurde: Kaninchen Pavlov bemerkte, dass das Läuten der Glocke des Wärters schon den Speichelfluss folgendes Versuchstiers anregte: Hund Skinner ist bekannt für die Skinner-Box, in der das Drücken eines Hebels als adäquates Verhalten mit Futter belohnt wurde.
Gesuchte Begriffe: Glocke / Speichel / Hund / Hebels / adäquates / Box / Kaninchen / Hammer / Little Albert