WiWi - Finanzmanagement (JKU, Austria)

154 flashcards · Economics · by daniel-eder

  1. Was ist Finanzmanagement?

    Finanzmanagement ist die finanzielle Unternehmensführung

  2. Was ist Investition?

    Umwandlung von Geldmittel in langfristiges Vermögen

  3. Was ist Desinvestition?

    Umwandlung von langfristigem Vermögen in Geldmittel

  4. Was ist Zahlungsunfähigkeit?

    Unternehmen kann dauerhaft seine Verpflichtungen nicht begleichen und kann sich auch keine Geldmittel beschaffen

  5. Was ist eine Zahlungsstockung?

    kurzfristiger Liquiditätsengpass max 3 Monate

  6. Was ist der Zweck eines Unternehmens bzw. das Interesse der Eigentümer?

    Hohe Rückführung (Rendite, Rentabilität) des eingesetzten Geldes

  7. Wie wird die Eigentkapitalrentabilität berechnet?

    (Gewinn / Eigenkapital) * 100

  8. Wie wir die Gesamtkapitalrentabilität berechnet?

    (Gewinn+FremdkapitalzinsenGesamtkapital)∗100\left(\frac{Gewinn+Fremdkapitalzinsen}{Gesamtkapital}\right) * 100(GesamtkapitalGewinn+Fremdkapitalzinsen​)∗100

  9. Wie wir die Umsatzrentabilität berechnet?

    (Gewinn / Umsatz) * 100

  10. Was ist das Ziel der Wertschaffung? Wie wird sie noch genannt?

    Ziel: Erhöhung des Wertes eines Unternehmens aus Sicht der Eigentümer auch: Wertmanagement, Value Management, Shareholder-Value-Orientierung

  11. Wann ist eine Entscheidung "richtig"?

    wenn sie im Hintergrund die Oberziele Liquidität und Rentabilität berücksichtigt und ein rationales Handeln im Management unterstellt werden kann

  12. Was ist Informationsasymmetrie? Wie wird sie noch bezeichnet? Welche Gefahren gibt es?

    Informationen im Unternehmen nicht gleich verteilt z.B.: Finanzvorstand hat anderes Ziel/Informationen als einfacher Aktionär: Auch genannt: agententheoretisches Problem Prinzipal (Eigentümer) beauftragt anderen für ihn tätig zu werden (Agent) Gefahr besteht, dass: Derjenige mit mehr Informationen nutzt sie zu seinem Vorteil Finanzielle Entscheidungen nicht rational getroffen werden Grund: unterschiedliche Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen Forschungszweig: Behavioral Finance

  13. Welche 2 grundlegenden Finanzierungsformen gibt es?

    Außenfinanzierung Innenfinanzierung

  14. Was ist die Außenfinanzierung? Welche Arten gibt es?

    Unterteilt nach Rechtsstellung des Geldgebers Eigenfinanzierung: (alte) bisherige Eigentümer bringen Geld ein (neue) zusätzliche Eigentümer bringen Geld ein und erhalten dafür Unternehmensanteile Fremdfinanzierung: Kredit: Außenstehende stellen Geld zur Verfügung, ohne Unternehmensbeteiligung zu erhalten erwarten Rückzahlung der Einlage + Zinsen Unterscheidung: Kurz-, Mittel-, oder Langfristig Leasing / Factoring: Kreditsubstitute, sollen Kredit ersetzen

  15. Was ist Innenfinanzierung? Welche Arten gibt es?

    Es wird kein zusätzliches Geld zugeführt, es wird im Unternehmen "umgeschichtet" Finanzierung aus Abschreibungen Finanzierung aus Rückstellungen Selbstfinanzierung (Verzicht auf Gewinnausschüttung) Vermögensumschichtungen = Desinvestition Umwandlung von Vorräten, Liegenschaften, ... in liquide Mittel

  16. Was ist Abschreibung?

    Wertverlust eines abnutzbaren Vermögensgegenstandes auf Basis der Anschaffungs- bzw. Herstellungkosten ist ein Aufwand - wirkt Gewinnmindernd

  17. Wie funktioniert die Finanzierung aus Abschreibungen?

    Abschreibung ist ein Aufwand und kein Gewinn Reduziert Gewinn / erhöht Verlust Es entsteht aber kein Abfluss von Geldmitteln das war bereits mit Anschaffung der Sache Abschreibung wird aber in Produktpreis einkalkuliert Damit fließen effektiv die Abschreibungsbeiträge "in Cash" über den Verkauf herein

  18. Was ist der Kapazitätserweiterungseffekt? Wie wird er noch genannt?

    Lohmann-Ruchti-Effekt Das durch Abschreibung "verdiente" Geld wird am Ende des Jahres immer wieder neu Investiert Kapazitäten für Leistungserbringung werden erweitert wird nur durch Ausscheiden alter Anlagen begrenzt. Funktioniert nicht! geht von gleichbleibendem Anschaffungspreis aus Inflation wird nicht einberechnet führt zu erhöhtem Umlaufvermögen, das finanziert werden muss

  19. Was sind Rückstellungen?

    Werden gebildet für: unsichere Schulden (Grund oder Höhe unsicher) Verluste aus schwebenden Geschäften Aufwandsrückstellungen ist ein Aufwand - wirkt Gewinnmindernd

  20. Wie funktioniert die Finanzierung aus Rückstellungen?

    Zum Zeitpunkt der Bildung von Rückstellungen müssen noch keine liquiden Mittel eingesetzt werden erst wenn der Tatbestand der Rückstellung eintritt je länger die Rückstellung läuft, desto länger hat man das Geld zur Verfügung Es kommt zu einer Verschiebung der Steuerzahlung daher: Einkommenssteuerrecht hat strenge Bestimmungen über Grund und Höhe von Rückstellungen

  21. Was ist die Selbstfinanzierung? Wie nennt man sie noch? Welche Arten gibt es?

    = Thesaurierung Gewinner werden nicht oder nur zum Teil an die Eigentümer ausgeschüttet kann von der finanziellen Führung des Unternehmens direkt beeinflusst werden Arten - Unterschieden nach Erkennbarkeit in der Bilanz Offene Selbstfinanzierung Stille Selbstfinanzierung

  22. Wie funktioniert die offene Selbstfinanzierung?

    Teil des Gewinnes wird nicht ausgeschüttet, sondern der Gewinnrücklage zugeführt das genaue Ausmaß ist im Jahresabschluss zu erkennen Residualprinzip Ausgeschüttet wird nur (ggf.) ein Rest: Gewinn soll für sinnvolle Investitionen thesauriert werden

  23. Wie funktioniert die stille Selbstfinanzierung?

    Ist nicht im Jahresabschluss zu erkennen Durch legale Ausnutzung des Bilanzrechtes (Abschreibungen, Rückstellungen, Zuschreibungen, Nichtaktivierung von Vermögensgegenständen, ...) wird ein niedriger Gewinn erzeugt -> geringere Ausschüttung idR nicht im Sinne des Eigentümers, da dieser den Erfolg des Unternehmens dann nur schwer einschätzen kann.

  24. Was spricht für die stille Selbstfinanzierung, was dagegen?

    pro stärkere Unabhängigkeit gegenüber Kreditgebern Keine Zins- und Tilgungszahlungen (auch wenn Eigentümer auf Gewinn verzichten muss) contra Gefahr, dass die thesaurierten Mittel in Projekte investiert werden, die nicht die nötigen Rendite aufweisen

  25. Womit kann der Staat (Gewinn)Ausschüttungspolitik von Unternehmen steuern?

    Durch Steuern

  26. Wie funktioniert die Finanzierung aus Vermögensumschichtung?

    Einerseits: Vermögensgegenstände werden desinvestiert -> in Geld umgewandelt Andererseits: Für Leistungserstellung kurzfristig gebundenes Geld wird reduziert (Working-Capital-Management) Vorratsbestände und Außenstände an Forderungen werden verringert (Lageroptimierung, intensives Mahnwesen) Lieferantenverbindlichkeiten erhöht (Längere Zahlungsfristen gegenüber Lieferanten ... )

  27. Was ist der Cashflow?

    Zeitraumbezogene Größe Errechnet aus aller in einem Zeitraum durch Geschäftstätigkeiten erwirtschaftete liquiden Mittel Maßstab für die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens Je höher der Cashflow, desto geringer der Bedarf an Finanzmitteln von außen

  28. Wie wird der Cashflow einfach berechnet?

    Jahresüberschuss/-fehlbetrag + Nichtausgaben in den Aufwänden - Nichteinnahmen in den Erträgen = Cashflow

  29. Ist Eigenkapital Risikokapital? Begründung?

    Ja: Risikotragung hinsichtlich Gewinn/Verlust Gewinn fällt alleine dem Eigenkapital zu Verlust reduziert das Eigenkapital

  30. Wie haftet ein Einzelunternehmer?

    Unbeschränkt

  31. Welche Möglichkeiten der Eigenfinanzierung hat ein Einzelunternehmer?

    Unternehmer bestreitet Lebensunterhalt mit Tätigkeit kann kaum Thesaurieren -> Selbstfinanzierungspolitik eingeschränkt (Achtung: Innenfinanzierung, nicht Eigen!) Begrenzt auch Eigenfinanzierungspolitik Möglichkeit: Änderung der Rechtsform für Kapitalzuschuss weiterer Beteiligter Umwandlung zu OG

  32. Wie haften Gesellschafter in der Offenen Gesellschaft (OG)? Wie sind sie im Unternehmen involviert?

    unbeschränkt Führung der Gesellschaft

  33. Welche Möglichkeiten der Eigenfinanzierung hat eine OG? Was sind die rechtl. Grundlagen?

    Erhöhung des Eigenkapitals durch Aufnahme eines weiteren Gesellschafters §§ 105-160 UGB

  34. Wie haften die Gesellschafter der Kommanditgesellschaft (KG)? Wie sind sie im Unternehmen involviert?

    Komplementäre unbeschränkt Führen idR das Unternehmen quasi ident mit OG Gesellschaftern Kommanditisten haften beschränkt auf Einlage arbeiten nicht mit -> stellen nur Kapital zur Verfügung

  35. Was ist eine Publikums-Kommanditgesellschaft?

    Es sind sehr viele Kommanditisten (reine Geldgeber) vorhanden

  36. Was ist eine GmbH & Co KG?

    Sonderform der KG Komplementär der KG ist eine GmbH Kommanditisten sind idR Gesellschafter der GmbH

  37. Was ist die Rechtsgrundlage für die KG?

    §§ 161-178 UGB

  38. Was ist das Ziel einer Genossenschaft?

    Vorteile für die Genossenschaftsmitglieder z.B.: Bessere Einkaufspreise nicht Gewinnerzielung

  39. Wie haften Genossenschaftsmitglieder?

    Genossenschaften können mit beschränkter oder unbeschränkter Haftung organisiert sein

  40. Was ist die Rechtsgrundlage der Genossenschaft? Definition?

    Genossenschaftsgesetz Dieses Gesetz gilt für Personenvereinigungen mit Rechtspersönlichkeit von nicht geschlossener Mitgliederzahl, die im wesentlichen der Förderung des Erwerbes oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder dienen

  41. Was ist die Folge von Ein/Austritt von Mitgliedern für die Genossenschaft?

    Kern-Eigenkapital schwankt

  42. Wo sind Genossenschaften insb. vorzufinden?

    Landwirtschaft und Kreditwesen z.B.: Raiffeisen- und Volksbanken

  43. Welche Finanzierungsform steht bei der GmbH im Vordergrund?

    Aufbringung von Eigenkapital Stammkapital notwendig (§§ 6, 6a, 10b GmBHG): 35.000 gründungspriviligierte GmbH: 10.000

  44. Woraus ergibt sich der Anteil am Unternehmen bei der GmbH?

    Aus dem Anteil der Gesellschafter am Stammkapital

  45. Was ist die Gesellschafterversammlung bei der GmbH?

    min 1x Jährlich Gesellschafter entscheiden über wichtige Themen Prüfung und Genehmigung des Jahresabschlusses Zustimmung zu Investitionen ...

  46. Wie wird der Geschäftsführer in der GmbH bestellt?

    idR durch Beschluss der Gesellschafter

  47. Wie kann das Stammkapital der GmbH erhöht werden?

    Kapitalerhöhung - auch Nachschüsse möglich

  48. Ist die GmbH für die Teilnahme am Kapitalmarkt geeignet?

    Nein, denn die Anteile können nur per Notariatsakt übertragen werden

  49. Wer kann Eigentümer eines Unternehmens sein?

    natürliche und juristische Personen

  50. Was ist Publikumsfinanzierung?

    Eine Gesellschaft beteiligt sich an einer anderen Gesellschaft und führt dieser so Mittel zu

  51. Worum handelt es sich bei Venture Capital?

    Eine sog. Beteiligungsgesellschaft beteiligt sich an: nicht börsennotierten nicht bösenreifen jungen innovativen Unternehmen um deren Eigenkapitalausstattung zu verbessern

  52. Was bietet eine Beteiligungsgesellschaft bei Venture Capital neben Geldmitteln?

    Managementunterstützung

  53. Was ist das Ziel von Venture Capital?

    Nicht Gewinnausschüttung, sondern Verkauf der Anteile nach gestiegenem Wert

  54. Was ist Private Equity?

    Ähnlich dem Venture Capital Aber: Keine Managementunterstützung Beteiligt sich an etablierten Unternehmen, statt jungen innovativen

  55. Welche Arten von Kapitalmärkten gibt es?

    ungeregelte Handelsplattformen geregelte Märkte multilaterale Handelssysteme (MFT)

  56. Wer betreibt üblicherweise ein MFT?

    Ein Börsenunternehmen setzt eine Konzession voraus

  57. Was ist unter einer Börse in ökonomischer Sicht zu verstehen?

    Systematisierte Handelseinrichtung mit standardisierten Handelsobjekten mit einer örtlichen Konzentration des Handels wo transparente Kurse festgestellt werden und wo die Integrität des Handels hoheitlich (Normen + Beaufsichtigung der Börse) garantiert wird

  58. Was sind Optionen?

    Verbriefung des Rechts: zu einem zukünftigen Zeitpunkt oder Zeitraum zu bestimmten Konditionen Wertpapiere o.ä. zu kaufen oder zu verkaufen. Der Vertragspartner hat das Wahlrecht, ob er die Option ausübt oder nicht.

  59. Was sind (unbedingte) Finanzterminkontrakte?

    Kauf/Verkauf von Wertpapieren in der Zukunft beide Vertragspartner sind zur Einhaltung verpflichtet

  60. Was sind die wichtigsten Rechtsgrundlagen für den Kapitalmarkt?

    Kapitalmarktgesetz (KMG 1991) Börsegesetz (BörseG 2018) Finanzmarktaufsichtsbehördengesetz (FMABG 2001) Wertpapieraufsichtsgesetz (WAG 2018)

  61. Muss eine AG börsennotiert sein?

    Nein, die Entscheidung liegt bei den Organen der AG

  62. Wie ist das Grundkapital bei der AG strukturiert?

    Mindestens 70.000 € Zerfällt in einzelne Aktien

  63. Welche Organe hat die AG?

    Hauptversammlung Aufsichtsrat Vorstand

  64. Was ist die Hauptversammlung der AG?

    mindestens 1x Jährlich Entscheidet über wesentliche und grundsätzliche Fragen Elektronische Teilnahme erlaubt, wenn in Satzung vorgesehen Aktie gewährt idR eine Stimme Ausübung auch über Bevollmächtigten Wählt den Aufsichtsrat

  65. Was ist der Aufsichtsrat der AG?

    Verpflichtend vorgeschrieben Mindestens 3 Mitglieder 2/3 wählt die Hauptversammlung 1/3 die Vertreter der Belegschaft Aufgaben: Überwachung / Abberufung des Vorstandes Überwachung hoher Investitionen

  66. Was ist der Vorstand der AG?

    Mindestens eine Person Leitet das Unternehmen

  67. Welche Aktientypen gibt es?

    Nennbetragsaktien Verbrieft Nennbetrag, z.B.: 10 € Stückaktie Verbrieft Anteil am Unternehmen Inhaberaktie Der Inhaber gilt als Aktionär und ist somit dem Unternehmen idR nicht bekannt Namensaktie Eigentümer der Aktie mit Name und Anschrift im Aktienbuch des Unternehmens eingetragen Übertragung kann an Zustimmung des Unternehmens gebunden werden (=vinkulierte Aktie)

  68. Wie wird die Namensaktie genannt, wenn die Übertragung an die Zustimmung des Unternehmens gebunden ist?

    Vinkulierte Aktie

  69. Welche Arten von Aktien kann man anhand der Aktionärsrechte unterscheiden?

    Stammaktie Stimmrechtslose Vorzugsaktie Mehrstimmrechtsaktie

  70. Welche Aktionärsrechte bietet die Stammaktie?

    Ist der "Normalfall" Berechtigt zu: Teilnahme an Hauptversammlung Auskunft über Gesellschaftsangelegenheiten Stimmrecht Dividenden Liquidationserlös bei Auflösung der Gesellschaft Recht auf Bezug neuer Aktien

  71. Welche Aktionärsrechte bietet die Stimmrechtslose Vorzugsaktie?

    Grundsätzl. gleiche Rechte wie Stammaktie Aber: höhere Dividende kein Stimmrecht Außer Dividende wird nicht rechtzeitig ausbezahlt: Dann während Verzug Stimmrecht

  72. Welche Aktionärsrechte bietet die Mehrstimmrechtsaktie?

    Gewährt mehrere Stimmen pro Aktie in Ö verboten

  73. Was ist der amtliche Handel?

    geregelter Markt durch die Wiener Börsen AG (§§ 38 ff BörseG)

  74. Was sind die Voraussetzungen für eine AG um an der Wiener Börse gehandelt zu werden?

    min 1 Mio Gesamtnominale der Aktien min 3 Jahre Bestandsdauer Jahresabschlüsse der drei vorangegangenen vollen Geschäftsjahre Zulassungsdokument (Prospekt gem § 46 BörseG)

  75. In welche Marktsegmente ist die Wiener Börse geteilt?

    prime market (höchstes Segment) standard market (Ausprägungen: continuous and auction) direct market plus (Unternehmen mit geringem Kapitalbedarf) direct market global market

  76. Was ist das IPO? Wie läuft es ab?

    Initial public offering auch: going public, Börsengang Ablauf Überprüfen der rechtlichen und ökonomischen Börsenfähigkeit der Aktie Erstellung eines Börsenzulassungsprospekts Während Zeichnungsfrist können Aktien zu einem festen Preis erworben werden Festlegen des Börsenpreises schwierig: Gefahr des overpricings und underpricings Nach Unterbringung der Aktien beginnt der Börsehandel

  77. Was ist die Privatisierung?

    ein IPO eines Unternehmens im Besitz von Gebietskörperschaften Es wird kaum Eigenkapital zugeführt, es werden bloß die Aktien abverkauft

  78. Was versteht man unter "going private"?

    auch "delisting" Unternehmen wird wieder eine private Gesellschaft Börsennotierungen werden aufgegeben

  79. Was versteht man unter "squeeze-out"?

    Minderheitsaktionäre werden von Hauptgesellschaftern ( > 90% ) gegen angemessene Barabfindung aus dem Unternehmen gedrängt

  80. Was ist die DCF-Methode?

    Discounted Cashflow Methode Unternehmensbewertungsmethode, auch verwendet zur Aktienbewertung Zinst auf investitionsrechnerischer Basis zukünftige Free-Cashflows ab geht von der Annahme aus, dass ein Erwerber das Unternehmen fortführt

  81. Welche zwei großen Bewertungsmethoden für Aktien haben sich herausgebildet?

    Fundamentalanalyse Technische Analyse

  82. Wie funktioniert die Fundamentalanalyse?

    Untersucht volkswirtschaftliche Daten Inflation Arbeitslosigkeit Wechselkurse Daten der Branche Unternehmensanalyse (Jahresabschlüsse, Pressemitteilungen, ... ) Aus Analyse wird innerer Wert des Unternehmens abgeleitet ist aktueller Kurs niedriger als ermittelter Wert, sollte Aktie gekauft werden

  83. Wie funktioniert die technische Analyse?

    Stellt darauf ab, dass sich Kursverläufe von Aktien wiederholen Es wird versucht Gesetzmäßigkeiten in vergangenen Kursverläufen zu erkennen Somit sind auch nicht rationale Handlungen (Spekulationsblasen, Moden, .. ) beachtlich

  84. Welche Kapitalmaßnahmen gibt es?

    Ordentliche Kapitalerhöhung Genehmigtes Kapital Bedingte Kapitalerhöhung Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln Aktiensplit Kapitalherabsetzung Erwerb eigener Aktien

  85. Was ist die Ordentliche Kapitalerhöhung? Rechtsgrundlage?

    §§ 149ff AktG Ausgabe junger Aktien Erfordert 3/4 Mehrheit der Hauptversammlung Bezugsrecht: Alt-Aktionäre haben Recht neue Aktien zu erwerben, um Stimmverhältnisse aufrechtzuerhalten

  86. Was ist genehmigtes Kapital?

    "Vorweggenommene" ordentliche Kapitalerhöhung beliebt beim Management Hauptversammlung ermächtigt Vorstand innerhalb von 5 Jahren Kapitalerhöhung durchzuführen bis maximal zur Hälfte des Grundkapitals

  87. Was ist eine Bedingte Kapitalerhöhung? Rechtsgrundlage?

    §§ 159ff AktG Finanzprodukte mit Bezugsrechten auf Aktien werden ausgegeben z.B.: Wandel- oder Optionsanleihen Werden die Rechte ausgeübt, müssen neue Aktien ausgegeben werden Oft als Vorbereitung zur Fusion zweier Unternehmen

  88. Was ist eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln? Rechtsgrundlage?

    nicht in AktG sondern KapitalberichtigungG geregelt kein Zufluss von Geldmitteln von außen sondern Umbuchungen von Rücklagen ins Grundkapital Aktionären werden idR verhältnismäßig Gratisaktien zugebucht Aktionär wird nicht reicher, Kurs einzelner Aktien sinkt

  89. Was ist ein Aktiensplit?

    Grundkapital bleibt gleich, Aktienzahl wird erhöht z.B.: Aktionär hatte vorher 1 Aktie zu € 100, danach 4 Aktien zu je € 25

  90. Was ist eine Kapitalherabsetzung? Rechtsgrundlage?

    §§ 175 ff AktG Reduktion des Grundkapitals

  91. Was ist der Erwerb eigener Aktien? Rechtsgrundlage?

    §§ 65ff AktG Kurs der noch im Umlauf befindlichen Aktien wird dadurch erhöht AktG hat restriktive Bedingungen zum Rückkauf eigener Aktien

  92. Was ist die Finanzwirtschaftliche Definition von Fremdkapital?

    Fremdkapital sind Schulden Anspruch auf Rückzahlung Erfolgsunabhängiges Entgelt Kreditgläubiger erhält Entgelt, auch wenn der Schuldner Verlust erwirtschaftet Prinzipiell am Unternehmen nicht interessiert Für Kreditgeber ist nur fristgerechte Zinszahlung und Tilgung relevant Andere steuerliche Behandlung als Eigenkapital Fremdkapitalzinsen sind ein Aufwand -> gewinnmindernd Vergütung für das Eigenkapital ist ein Gewinn

  93. Wonach kann Fremdfinanzierung gegliedert werden?

    Herkunft des Fremdkapitals Sicherung Dauer der Kapitalüberlassung

  94. Welche Möglichkeiten der Herkunft des Fremdkapitals gibt es?

    Finanzkreditgeber Kreditinstitute öffentliche Hand oder Fonds Aus dem Leistungsprozess Lieferant kreditiert Bezahlung der Ware Kunde leistet Anzahlung

  95. Wie kann die Kreditsicherheit beurteilt werden?

    Interne Ratings / Kreditwürdigkeitsprüfungen durch Banken Einschätzung der zukünftigen Finanzkraft des Unternehmen, aufgrund der: sachlichen Kreditwürdigkeit Auswertung von vergangenen Jahresabschlüssen, Grundbuch, Branchenbericht, ... persönlichen Kreditwürdigkeit subjektive Faktoren des Unternehmens bzw Managements externe Ratings internationale Agenturen (S&P, Moody's, ... )

  96. Welche Sicherheiten können bei Fremdfinanzierung unterschieden werden?

    Personensicherheiten weitere Schuldner wie z.B.: Bürgen auf die der Gläubiger zugreifen kann Sachsicherheiten Forderungsabtretung, Verpfändung, Sicherungsübereignung, Hypothek, ... Covenants aus angelsächsischem Raum Vertrag zwischen Kreditnehmer und Geber Kreditnehmer verpflichtet sich bestimmte Kennzahlen einzuhalten bestimmte Handlungen vorzunehmen (Versicherung abschließen) oder zu unterlassen (Ausschüttung erhöhen)

  97. Wie kann Fremdfinanzierung anhand der Kapitalüberlassungsdauer unterschieden werden?

    kurz: bis ein Jahr mittelfristig: bis drei Jahre langfristig: über drei Jahre

  98. Was ist eine Anzahlung?

    Unternehmen erhält vom Kunden einen Teil des Geldes vor Leistungserbringung Form eines Kredits, idR Zinslos

  99. Was ist ein Lieferantenkredit?

    Unternehmen erbringt Leistung, verlangt jedoch nicht sofortige Begleichung Gegenleistung ist idR der Verlust des Skontos (Siehe Beispiele )

  100. Was ist ein Kontokorrentkredit?

    Kreditinstitut gewährt einen Kredit bis zum vereinbarten Maximalbetrag