Persönlichkeitspsychologie

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  1. 1. Welche Struktur weist die Alltagspsychologie nach Laucken (1974) auf?

    Begriffe der Alltagspsychologie haben oft nicht die exakt gleiche Bedeutung wie in der wiss. Psychologie: die naive Prozesstheorie, die aus Vorstellungen über aktuell ablaufende Prozesse der Informationsverarbeitung besteht (Wahrnehmungsprozesse, kognitive, motivationale und emotionale Prozesse bis hin zu Prozessen der Verhaltensaktivierung) z.B. Warum verlässt X sein Bürozimmer? - Um Zigaretten zu holen.“- die naive Dispositionstheorie, die aus Vorstellungen über Dispositionen besteht, d. h. ü…

  2. 2. Brauchen wir überhaupt eine wissenschaftliche Persönlichkeitspsychologie? Eignet sich die Alltagspsychologie der Persönlichkeit als wissenschaftliches Paradigma (Begründung)? Welchen Kriterien sollen erfahrungswissenschaftliche Paradigmen genügen?

    Alltagspsychologie.. ist womöglich a) vollständig, b) anwendbar und c) produktiv ... ist aber nicht ausreichend d) explizit, e) widerspruchsfrei, f) sparsam, g) empirische verankert & prüfbar (h) ... eignet sich daher nicht als wissenschaftliches Paradigma (Neyer, F. J. & Asendorpf, J. B. (2017). Psychologie der Persönlichkeit (6. Auflage 2018). Springer.)

  3. 3. Was versteht man unter einer Disposition, was unter einer Dispositionshierarchie?

    Eine Disposition...ist ein Merkmal einer Person, das eine mittelfristige zeitliche Stabilität aufweist, d. h. zumindest Wochen oder Monate überdauert. Eine Disposition lässt eine Person in bestimmten Situationen ein bestimmtes Verhalten zeigen. Die Dispositionen einer Person müssen streng von ihrem Verhalten unterschieden werden. Verhalten fluktuiert von Sekunde zu Sekunde und ist direkt beobachtbar. horizontal: (naiver) Glaube, dass Dispositionen gleichzeitig/gekoppelt auftreten: „Schöne Mensc…

  4. 4. Wie können Differenzielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie voneinander abgegrenzt werden?

    Differentielle Psychologie behandelt eher inter-individuelle Unterschiede von Menschen •Physische Attraktivität •Temperament und interpersonelle Stile •Fähigkeiten •Handlungsdispositionen •Einstellungen •Selbstkonzept und Wohlbefinden Persönlichkeitspsychologie behandelt eher die intra-individuellen Unterschiede •Was macht die Persönlichkeit des Menschen aus? •Wodurch sind Menschen individuell?

  5. 5. Warum ist ein gutes Verständnis der Persönlichkeit hilfreich und notwendig?

    Personen flexibel und individuell angepasst behandeln Vorhersagbarkeit von Ereignissen und Verhalten Sicherheitsgefühl bei der Kommunikation und Entscheidungen

  6. 6. In welchen Berufsfeldern können Sie Persönlichkeitspsychologie mit welchen beispielhaften praktischen Anwendungen finden?

    Personalberatung, Personalmanagement, Marketing, Prävention, Beratung, Erziehung, Unterricht, Therapie, Gutachten, Profiling (Neyer, F. J. & Asendorpf, J. B. (2017). Psychologie der Persönlichkeit (6. Auflage 2018). Springer.)

  7. 7. Der Erkenntnisgewinn von Wissenschaftlern [...] erfolgt über den Weg von zwei Arten von Schlussfolgerungen. Skizzieren Sie den Zusammenhang und beschreiben Sie ihn kurz

    induktiv: Beobachtungen -> Ableiten von Gesetzmäßigkeiten Achtung: Induktionsproblem! deduktiv: Gesetzmäßigkeiten -> Beobachtung von vorhergesagtem Verhalten

  8. 8. Was ist unter einem Paradigma (nach Kuhn) zu verstehen?

    Ein System grundlegender Annahmen. Diese Annahmen beschreiben einen Großteil wissenschaftlicher Fragestellungen. Dabei legen die wissenschaftlichen Fragestellungen sowohl die Art der Konzepte, die als legitim angesehen werden, als auch die Methoden fest, mit denen Daten gesammelt und interpretiert werden. Daten: Auswahl, Erhebung, Auswertung, Interpretation Ein Paradigma setzt zudem ein Menschenbild voraus, wie bspw. Ein biologisches, humanistisches oder mechanisches

  9. 9. Psychodynamische Perspektive

    Mensch als Bündel Sexueller und Aggressiver Triebe zu klinische und negative Sichtweise Heute: Wünsche und Motivation statt Triebe Phaseneinteilung (oral, anal, phallisch, latenz, genital) Kritik: Phasen heute weitestgehend abgelehnt Fixierung auf/in einer Phase würde zu Störungsaspekten in Persönlichkeit und Beziehungen führen Kritik: Keine Operationalisierbarkeit d. Fixierung Freuds 3-Instanzen-Modell und Bewusstseinsprozesse: Ich: Übt bewusst Kontrolle zw. Innerem und der Außenwelt aus; form…

  10. 10. Eigenschaftsparadigma

    Mensch bestünde aus Temperamenten, Eigenschaften (Traits) und Fertigkeiten. Mehr Eigenschaften bekannt = präzisere Aussagen über die Individualität Sterns Ansatz der differentiellen Psychologie: viele Personen und deren Differenzen in 1 Merkmal (Variationsforschung) oder mehreren Merkmalen (Korrelationsforschung), oder 1 Person (Psychografie) oder einige Personen (Komparationsforschung) und deren breites Merkmalsprofil Kritik: KEINE zeitliche Stabilität vorausgesetzt Cattell ́s Würfel: + Dimens…

  11. 11. Informationsverarbeitungsparadigma

    Mensch = Informationsverarbeitendes System (statt "energieverarbeitendes System" wie bei Freud) Persönlichkeit ist das Ergebnis von Informationsübertragung im Nervensystem, a&b: a) Prozesse (und Systeme) der I-Verarbeitung ! u.A. Kapazität und Geschwindigkeit des AG b) Informationen im individuellen Langzeitgedächtnis Die wichtigsten Bausteine von neuronaler Informationsverarbeitung sind Rezeptoren: wandeln aus der Umwelt und dem eigenen Körper aufgenommene Stimuli in Informationen um (Erleben)…

  12. 12. Behaviorismus (ab ~1919)

    Prinzip der Reiz-Reaktions-Maschine bei Reiz A würde immer Reaktion B erfolgen BlackBox: Ausblenden der inneren Gedankenprozesse Verhalten sei durch Umwelt und Lernbedingung determiniert Wunsch nach Vorhersage und Kontrolle des Verhaltens Klassische & Operante Konditionierung Beobachtungslernen (Eigene Abbildung)

  13. 13. Dynamisch- Interaktionistischer Ansatz

    Als Annahme der Interaktionistischen Theorie, entsteht Verhalten aus dem Zusammenspiel von Merkmalen der Person und Merkmalen der Situationen, in der sich die Person gerade befindet. Person-Umwelt-Interaktion reaktive Interaktion: unterschiedliche Personen interpretieren dieselbe Situation unterschiedlich und Verhalten sich dadurch unterschiedlich Z.b. Musiklehrer reagiert auf musikalisches Kind und nimmt es in das Schulorchester auf evokative (hervorrufende) Interaktion: Menschen beeinflussen…

  14. 14. Evolutionspsychologischer Ansatz

    Prinzip der (nachhaltigen) Umweltanpassung (Fittest) Reproduktion der eigenen Gene oder Unterstützung der der Verwandtschaft bzw. deren Genreproduktion Menschlicher Reproduktionserfolg hängt wesentlich von folgender Selektion ab: Intrasexuell (Rivalität) Intersexuell (Merkmals-Präferenzen) EPM, evolvierter psychologischer Mechanismus = Angenommener Mechanismus, der ultimate und proximate Erklärung beinhaltet ultimat: Verhalten, WAS evolviert wurde, und welchen Reproduktionsvorteil es in der Ver…

  15. 15. Molekulargenetischer Ansatz

    Klassische Gen- vs. Umweltdebatte -> Zwillingsstudien, zb. Umwelteinfluss auf Intelligenz es gibt keinen genetischen Determinismus, wonach Persönlichkeitsmerkmale unabhängig von der Umwelt an die nächste Generation vererbt werden. Genetische Ähnlichkeiten schaffen lediglich eine Basis für eventuelle Annahme bestimmter Einstellungen. Somit gibt es keine Gene für „Interesse für Sport“, „Achterbahnfahren“ usw. Ob und welche Einstellungen tatsächlich übernommen werden, hängt von den Umweltbedingung…

  16. 16. Neurowissenschaftlicher Ansatz

    Verhalten als neuronale und biochemische Reaktion auf Reize Traits als abstrakte Umschreibung für biochemische Prozesse Interindividuell: Unterschiedliche Ansprechbarkeit verschiedener Systeme Biopsychologie, inkl. Wechselwirkung: Nervensystem Neurotransmitter Hormonsystem Herz- und Kreislaufsystem Immunsystem "Temperament ist weitgehend angeboren –Charakter entwickelt sich durch soziale Lernprozesse" Gehirn: Limbisches System Hippoc. & Hypothalamus+Hypophyse & Amygdala Großhirnrinde Frontalhir…

  17. 17. Sind Es, Ich und Über-Ich Konstrukte im erfahrungswissenschaftlichen Sinn?

    Nein, bei den Konstrukten Es, Ich und Über-Ich ist eine empirische Verankerung nicht gegeben. (Siehe Quizfrage 10, Ergänzungen zum 24.03.2021)

  18. 18. Welche Beziehungen bestehen nach Freud zwischen den frühkindlichen Entwicklungsstufen und dem Charakter von Erwachsenen? Beschreiben Sie den Zusammenhang kurz an einem Beispiel.

    "Freud glaubte, dass die frühkindliche Geschichte der Triebregulation in der oralen, analen und phallischen Phase den späteren Charakter forme." "Fixierungen und Abwehrformen prägten gemeinsam den Charakter, der ab dem Ende der phallischen Phase weitgehend konstant sei." Eine Fixierung in einer von Freud angenommenen Phasen könnte sich später in psychischen Störungsmustern manifestieren, z.b.: Orale Phase: Suchterkrankung Anale Phase: Zwangsstörung ...

  19. 19. Was wehren Abwehrmechanismen wie ab? Wann ist Abwehr nützlich?

    Realangst, Neurotische Angst, moralische Angst: "Bei Reizen aus der Umwelt, die subjektive oder objektive Gefahr anzeigen, resultiere „Realangst“. Könnten Triebimpulse des Es nicht ausreichend abgewehrt werden, entstehe „neurotische Angst“. Könne das Ich Ansprüchen des Über-Ich nicht genügen, handele es sich um „moralische Angst“ Abwehr ist eine unbewusste Strategie, sich vor etwas zu schützen (Veränderungen, Anstrengungen, inkonsistenten Informationen, ungewünschte Emotionen usw.) Ich „schützt…

  20. 20. Mit welchen individuellen Besonderheiten beschäftigt sich die Persönlichkeitspsychologie nicht? Geben Sie Beispiele

    Instabile Merkmale bspw. schlechte Laune, weil es regnet pathologische Besonderheiten bspw. Zwänge (Putzzwang, Ordnungszwang) verhaltensirrelevante Besonderheiten bspw. Haarfarbe, Augenfarbe universelle Merkmale Fähigkeit zu sehen, zu riechen

  21. 21. Welche inhaltlichen Fragestellungen entsprechen den vier methodischen Ansätzen anhand eines Beispiels im Schema von Stern?

    Variationsforschung: Beschreibt Unterschiede zwischen Personen bei einem einzelnen Merkmal Annahme: alle Personen besitzen das Merkmal, aber in unterschiedlicher Ausprägung (z.B. IQ) Korrelationsforschung: Beschreibt Zusammenhänge zwischen zwei oder mehreren Merkmalen über viele Personen hinweg z.B. Zusammenhang zwischen Schönheit und Intelligenz innerhalb der Population Psychografie: Das Testen einer Person in unterschiedlichen Merkmalen ergibt ein Persönlichkeitsprofil. Es beschreibt also vie…

  22. 22. Was bedeutet transsituative Konsistenz?

    Aus dem Eigenschaftsparadigma Die transsituative Konsistenz sagt aus, wie ähnlich sich Personen in bestimmten Situationen verhalten Es wird zwischen absoluter und relativer transsituativer Verhaltenskonsistenz unterschieden absolute transsituative Verhaltenskonsistenz Das Verhalten bleibt konstant gleich, unabhängig von situativen Gegebenheiten. Eine Person bleibt in jeder Situation gleich freundlich, hilfsbereit, aggressiv eher unrealistisch, dass das Maß der Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit…

  23. 23. Welche Quellen für Persönlichkeitsunterschiede gibt es im Informationsverarbeitungsparadigma? Nennen Sie konkrete Beispiele!

    Individuelle Persönlichkeitsunterschiede durch das Informationsverarbeitungssystem selbst, d.h. die Architektur und individuelle Unterschiede in der Feinstruktur des Gehirns -> zeitlich stabile Parameter als Rahmen informationsverarbeitender Prozesse Geschwindigkeit der Verarbeitung (Sternberg) Reaktionszeit: z.B Fassen auf heiße Herdplatte; Inspektionszeit: Z.b. Linienvergleich Schwelle der Auslösung & Intensität einer Reaktion (kognitiv und affektiv) Kapazität des Arbeitsgedächtnisses Wissen…

  24. 24. Wodurch unterscheiden sich impulsive von reflektiven Prozessen? Wodurch unterscheiden sich impulsive von reflektiven Prozessen?

    Reflektive Prozesse basieren auf: Wahrnehmung Nachdenken, Entscheiden Intentionsbildung und bewusste Verhaltensentscheidung Verhaltensschemata Der impulsive Prozess ist unbewusst und basiert auf Wahrnehmung assoziativer Speicher Verhaltensschemata zb. impliziten Einstellungen (Neyer, F. J. & Asendorpf, J. B. (2017). Psychologie der Persönlichkeit (6. Auflage 2018). Springer.)

  25. 25. Sind Korrelationen zwischen Persönlichkeit und Umwelt immer rein Umweltbedingt?

    "→ aktive, passive und reaktive Genom-Umwelt-Korrelationen sind alternative Möglichkeiten" (Neyer, F. J. & Asendorpf, J. B. (2017). Psychologie der Persönlichkeit (6. Auflage 2018). Springer.)

  26. 26. Worin unterscheiden sich die Modelle der Umweltdetermination, der Entfaltung, der Kodetermination und der dynamischen Interaktion?

    Nach der dynamisch-interaktionistischen Perspektive gibt es 4 Möglichkeiten der Wechselwirkung: Umweltdetermination beruht auf der behavioristische Auffassung, wonach allein die Umwelt die Person prägt. Entfaltung: Genomdetermination = Genom hat schon das volle Programm (bsp. Körpergröße durch Eltern vorgegeben), Umwelt nur gelegentlichen und begrenzten Einfluss (Mangelernährung) Kodetermination: Umweltwirkungen können genetisch gesteuerten Reifungsprozesse verändern, die Umwelt wirkt sich auf…

  27. 27. In welcher Weise können Menschen Einfluss auf ihre Umwelt nehmen?

    Die Person kann ihre Umwelt durch Auswahl einer anderen / neuen Umwelt beeinflussen. Aber auch durch die Herstellung einer Umwelt, oder aber die Veränderung der momentanen Umwelt. "Auswahl: Sie können Umwelten auswählen, indem sie regelmäßig bestimmte Situationen aufsuchen oder vermeiden, z. B. Partys, den eigenen Garten." "Herstellung: Sie können Umwelten herstellen, indem sie dauerhaft bestimmte Situationen schaffen, z. B. eine Beziehung zu jemandem knüpfen, einen Baum pflanzen." "Veränderung…

  28. 28. Wie lassen sich Umwelteinflüsse auf die Persönlichkeit und umgekehrt empirisch untersuchen?

    Asendorpf: Interventionsstudien: Randomisierte Zuweisung zu z.b. Anti-Aggressionsintervention Natürliche Experimente: Z.b. (Änderung) Beziehungsstatus -> Neurotizismus Verhaltensgenetiker beschäftigen sich mit interindividuellen Unterschieden und untersuchen die Effekte und das Zusammenspiel von Anlage und Umwelt Verhaltensgenetik (behavior genetics): die Untersuchung der relativen Gewichte und Grenzen von genetischen Umwelteinflüssen auf das Verhalten Umwelt (environment): jeder nichtgenetisch…

  29. 29. Beschreiben Sie den nomothetischen und den idiographischen Ansatz in seinen Grundzügen.

    Beide Ansätze sind nicht gegensätzlich sondern eher ergänzend Nomothetischer Ansatz: beruht auf allgemeinen Gesetzmäßigkeiten universelle Aussagen (Allsätze) bspw. alle Menschen sind sterblich "wissenschaftliches Ideal" Idiographischer Ansatz: das Einzelne in seiner geschichtlich bestimmten Gestalt wird erforscht Konzentration auf Besonderheit einzelner Persönlichkeiten singuläre Aussagen, n=1 & intra-individuell "unwissenschaftlich" "Das zentrale Problem des idiographischen Ansatzes ist die Un…

  30. 30. Skizzieren und beschreiben Sie die Grundidee der Messtheorie.

    Welche empirischen Sachverhalte können durch welche numerischen Strukturen angemessen abgebildet werden? Abbildung eines empirischen Relativs und eines numerischen Relativs Die Beziehung zwischen empirischem Relativ und numerischem Relativ soll homomorph (gleichförmig) sein Zusammenhang s. Bild (Script)

  31. 31. Wofür kann man die z-Transformation gebrauchen?

    Bei der z-Transformation werden normalverteilte Daten in die Standardnormalverteilung überführt, damit man eine bessere Vergleichbarkeit zwischen Skalenniveaus herstellen kann. Beispiel: Messung der Konzentrationsfähigkeit mit zwei verschiedenen Tests, bei dem unterschiedlich normalverteilte Ergebnisse rauskommen: Messverfahren 1: x = 90 , M = 80, s = 10 z-Transformation = (90-80) / 10 = 1 Der Proband liegt eine Standardabweichung über dem Durchschnitt Messverfahren 2: x = 95, M = 85, s = 20 z-…

  32. 32. Welche kausalen Zusammenhänge können vorliegen?

    Kausalität beschreibt den (möglichen) Zusammenhang zwischen Eigenschaften Es gibt folgende Arten von Kausalbeziehungen: (Script) (Script)

  33. 33. Was ist interne Konsistenz und welchem Hauptgütekriterium ist es zugeordnet?

    die interne Konsistenz ist dem Gütekriterium der Reliabilität zugeordnet, d.h. es wird grundsätzlich angegeben, wie zuverlässig ein Messmittel ein bestimmtes Merkmal misst Die interne Konsistenz vergleicht zwei (oder mehrere) Testhälften miteinander und zusätzlich wird die Spearman-Brown Formel angewendet Würden nur die beiden Testhälften miteiander korreliert werden, würde die wahre Reliabilität unterschätzt werden, durch die Spearman-Brown-Formel wird der Test wieder auf die Gesamtlänge hochg…

  34. 34. Was versteht man unter der Validität von Eigenschaftsmessungen?

    Validität meint die Gültigkeit einer Messung und gibt an, ob wirklich das gemessen wurde, was gemessen werden sollte Um die Validität einer Eigenschaftsmessung sicherstellen zu können, ist es sinnvoll, die Eigenschaftsmessung mit konstruktfernen Variablen zu korrelieren, damit wird die diskriminante Validität nachgewiesen Um die Kriteriumsvalidität sicherzustellen, ist es sinnvoll, die Messungen mit anderen Tests gleicher Merkmalsmessungen korrellieren zu lassen, die bereits als konstruktvalide…

  35. 35. Wo hat das Aggregationsprinzip seine Grenzen?

    Das Aggregationsprinzip gibt es bei der Reliabilitätserhöhung Man wählt verschiedene Messverfahren mit ähnlicher Reliabilität aus, um die Messgenauigkeit zu erhöhen Der Aufwand ist durch die Mehrfachmessungen wesentlich höher "Je mehr Messungen aggregiert werden, desto breiter wird die Eigenschaft und desto unklarer wird deshalb auch ihre Interpretation." Grenzen sind bspw. in Fällen, bei denen eine Messung kein klares Ergebnis liefern kann projektive Tests Rückfallquote eines psychisch Kranken…

  36. 36. Wie kann man Methodeneffekte auf die Eigenschaftsmessung systematisch untersuchen?

    Anhand von Multitrait-Multimethod-Analysen (MTMM) Mit der MTMM-Analyse überprüft man die Konstruktvalidität. Man erhält einen Überblick über die konvergente Validität, d.h. ob mehrere Methoden dasselbe Konstrukt übereinstimmend messen, und über die divergente Validität, d.h. ob die Messung eines Zielkonstrukts, sich von der Messung eines anderen Konstrukts unterscheidet (Script)

  37. 37. Wodurch wird die Korrelation der Eigenschaftsurteile unterschiedlicher Beurteiler derselben Person beeinflusst?

    Informiertheit: Wie sehr hat sich ein Beurteiler im Vorhinein informiert, bzw. inwieweit ist der Beurteiler über die ausgeschriebene Stelle und die Anforderung an den Stelleninhaber informiert Bekanntschaft: Ist dem Beurteiler die Person persönlich bekannt, ist der Beurteiler in seiner Meinungsbildung gefangen. Die Meinungsbildung kann dann positiver oder negativer als tatsächlich der Fall ist ausfallen Situationen: Je nach Variation der Situation fällt die Reaktion sowohl des Bewerbers als auc…

  38. 39. Kann man Korrelationen zwischen Persönlichkeit und Umwelt im Kreuzkorrelationsdesign direkt miteinander vergleichen? Wenn ja, wie?

    es kann nicht direkt miteinander verglichen werden, da die Umwelt und Persönlichkeit immer im Austausch stehen und sich gegenseitig beeinflussen

  39. 40.Was ist Reliabilität? Berechnen Sie die interne Konsistenz an folgender Inter-ItemKorrelationstabelle

    Reliabilität gehört zu Hauptgütekriterien gibt an, wie zuverlässig ein Messmittel ein Merkmal misst r < 0.80 gilt als gut Bedeutung: beobachtete Varianz der Testwerte ist zu 80 % auf wahre Unterschiede der Probanden und zu 20 % auf Messfehler zurückzuführen Interne Konsistenz = Cronbachs Alpha (s. links) k = 4 (Anzahl Items) r = 0,6 (Summe der Korrelationen durch Anzahl der Korrelationen = (0,62+0,75+0,42+0,38+0,72+0,71)/6) a = 0,86 (nach Einsetzen in Formel)

  40. 41. Erläutern Sie die Zusammenhänge der Spearman Brown Korrektur.

    durch split-half Reliabilität wird Test in zwei Hälften geteilt und diese miteinander korreliert - das führt zu Verringerung der Reliabilität um Reliabilität für gesamte Testlänge angeben zu können nutzt man Spearman Brown Formel (s. links) zur Itemverdopplung n = 2 einsetzen Bsp. Ich habe 10 Items und 5 sollen hinzukommen, dann n = Quotient aus neuer und alter Itemanzahl (15/10 =1,5) bei Wunsch nach höherer Zielreliabilität muss man Formel nach n auflösen (n ist dann das Vielfache, um das der…

  41. 42.Was ist Validität? Wofür wird die MTMM verwendet? Welche Aussagen im Kontext von Gütekriterien können mit den Ergebnissen der MTMM-Analyse getätigt werden?

    Validität gehört zu den Hauptgütekriterien Maßzahl zur Genauigkeit des Tests - Misst der Test wirklich das, was er messen soll? wichtigstes Gütekriterium MTMM wird angewendet um Konstruktvalidität zu überprüfen --> inwiefern erfassen verschiedene Methoden dasselbe Konstrukt (konvergente Validität) & inwiefern werden verschiedene Konstrukte durch eine Methode differenziert (Script)

  42. 43.Wie normiert man einen Test? Beispiel, Kind 1 im Vergleich zur Normgruppe beurteilen:

    Mittelwertermittlung der Rohwerte Varianzermittlung (Summe der quadrierten Abweichungen vom Mittelwert und teilt durch die Anzahl der Messwerte) Standardabweichung berechnen (Wurzel aus der Varianz) Transformation in Standardnormen Standardisierung der Rohwerte anhand der z-Transformation ( z=X−MSz=\frac{X-M}{S}z=SX−M​ ) standardisierte z-Werte können dann in andere Normskalen transformiert werden ( M+S∗zM+S*zM+S∗z ) (z. B. IQ = 100 + 15 * z) Ergebnis der Beispielaufgabe: z-Wert 1,56 Ergänzung:…

  43. 44. Worauf beruht die Attraktivität von Gesichtern? Wie kann sie erklärt werden?

    Bedeutsam für „Gesichtsschönheit“ sind Durchschnittlichkeit (r = .40) Symmetrie (r = .25) Besonders schön empfundene Gesichter sind nicht perfekt durchschnittlich oder symmetrisch, sondern mit leichten Abweichungen von der Perfektion Erklärungen evolutionspsychologisch: Schönheit als Indikator für Gesundheit größere Abweichungen vom Durchschnitt oder Asymmetrien geben Hinweise auf Krankheiten oder Entwicklungsstörungen Reproduktionsvorteil durch Präferenz für Durchschnittlichkeit und Symmetrie…

  44. 45. Welche physischen Merkmale sind attraktiv für das andere Geschlecht bei der Partnerwahl?

    Physische Attraktivität (Gesicht) Guter Körperbau Frauen: waist-to-hip ratio“ Taille / Hüfte BMI Stimme Männer: „waist-to-shoulder ratio“ Taille / Schulter Größe Stimme ideale Werte kulturabhängig

  45. 46.Welche Rolle spielt physische Attraktivität bei Bewerbungen?

    Attraktivität übt den Halo-Effekt aus Durch die Attraktivität einer Person wird die Sympathie bestimmt. Beides hat Auswirkungen auf die Leistungsbeurteilung (vorallem wenn typisch weiblich/männlich für eine Stelle wichtig ist).

  46. 47.Beschreiben Sie den Zusammenhang zwischen Begabung und Talent.

    Begabung ist eine angeborene Fähigkeit, die sich auf verschiedenen Ebenen zeigen kann (intellektuell, kreativ, sozial, sensomotorisch). Talent ist eine systematisch entwickelte Fertigkeit in Gebieten wie Kunst, Sport, Akademisch, Technisch-handwerklich. Begabung kann durch lernen, üben, trainieren systematisch zu einem Talent entwickelt werden. Der Zufall kann dabei auch eine Rolle spielen. Auf die Entwicklung des Talents können sowohl intrapersonelle als auch umweltbedingte Katalysatoren einwi…

  47. 48.Welche Merkmale im Arbeitsleben sagen Extraversion, Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit vorher?

    Extraversion: "→ z. B. Kundenkontakt, Führungsqualität und Verkaufserfolg" Neigung zu geselligem, aktiven, energischem und gesprächigem Verhalten. Suchen Kontakt mit und Einfluss auf andere. Neurotizismus: "→ z. B. Verkaufserfolg, Führungsqualität und Teamfähigkeit" Neigung zu nervösem, ängstlichem, traurigem oder unsicheren Verhalten. Schwierigkeiten, Situationsangemessen zu handeln. Gewissenhaftigkeit: "→ z. B. Kundenkontakt und Teamfähigkeit" Ordentlich, zuverlässig, diszipliniert, Ehrgeizig…

  48. 49. Was ist Intelligenz und wie wird sie gemessen?

    Intelligenz ist ein zentrales Fähigkeitsmerkmal, das noch nicht eindeutig definiert und somit unterschiedlich gemessen wird. Es gibt unterschiedliche Auffassungen, ob Intelligenz ein homogenes oder eher heterogenes Konstrukt ist, ob es hierarchisch aufgebaut ist. Intelligenz stellt eine zum größten Teil angeborene, stabile und kaum veränderliche Fähigkeit dar. Unterteilung in fluide und kristalline Intelligenz Messung nach Binet, Henri & Simon (1895): Erfassung der Intelligenz durch Vielzahl vo…

  49. 50. Beschreiben Sie kurz die von Guilford (1950) vorgeschlagenen Komponenten der Kreativität.

    konvergentes Denken "Probleme erfordern konvergentes Denken, wenn sie genau eine richtige Lösung haben, die in der Regel auch bekannt ist. Aufgaben in Intelligenztests gehören überwiegend diesem Typ an." divergentes Denken Nach Guilford ist Kreativität die Fähigkeit zum divergenten Denken. Sensitivität gegenüber Problemen, indem z.B. naheligende Erklärungen von Sachverhalten geschildert werden und dann nach Alternativerklärungen gefragt wird Flüssigkeit des Denkens, indem z. B. möglichst viele…

  50. 51. Wie lässt sich soziale Kompetenz charakterisieren?

    "Sozial kompetent ist, wer beide Fähigkeiten hat und so in der Lage ist, zwischen seinen eigenen Interessen und den Interessen anderer ein balanciertes Verhältnis herzustellen.": Durchsetzungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit, die eigenen Interessen gegenüber anderen zu wahren, und Beziehungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit, positive Beziehungen mit anderen einzugehen und aufrechtzuerhalten Thorndike, 2 Faktoren: Soziale Sensitivität: Fähigkeit andere gut zu verstehen Schwer messbar "Möglicherweise…

  51. 52. Welche Facetten von Emotionaler Intelligenz schlägt Daniel Goleman vor?

    Persönliche Kompetenz (Selbstbezug) Wahrnehmung Emotionales Bewusstsein Zutreffende Selbsteinschätzung Selbstvertrauen: sich seines Wertes und seiner Fähigkeiten bewusst sein Regulierung Emotionale Selbstkontrolle Transparenz Anpassungsfähigkeit Leistung Initiative Optimismus Soziale Kompetenz (Bezogen auf Andere) Wahrnehmung Empathie Organisationsbewusstsein Service Regulierung Inspirierende Führung Einfluss, um zu überzeugen Die Entwicklung anderer fördern Veränderungskatalysator Konfliktmana…

  52. 53. Was sind Werthaltungen, was sind Einstellungen?

    Werthaltungen kommen vom englisch "value", d.h. sie sind mit einer subjektiven Wertigkeit verbunden. z.b. wünschenswerte Ziele, Handlungsdispositionen, ... Beziehen sich auch auf Andere Personen, nicht nur sich selbst Einstellungen sind konkreter als Werthaltungen z.b. Einstellungen zu.. Politscher Macht Vorhersage von Verhalten schwer möglich, aufgrund sozialer Erwünschtheit Probanden Mittels "Bogus-Pipeline"-Technik vortäuschen, man könne mit einem Lügendetektor den Wahrheitsgehalt der Antwor…

  53. 54. Definieren Sie „Selbstwertgefühl“. Beschreiben Sie eine Veränderung des Selbstwertgefühls entlang eines praktischen Beispiels.

    Das Selbstwertgefühl ist die subjektive Bewertung der eigenen Persönlichkeit, die Zufriedenheit mit sich selbst. Einstellung sich selbst gegenüber Das Selbstwertgefühl wird beim sozialen Vergleich dadurch bestimmt, wie wir glauben, uns von unserer Bezugsgruppe zu unterscheiden. Selbstkonzept ist zeitlich stabiler als Selbstwert "Das allgemeine Selbstwertgefühl ist im Erwachsenalter zeitlich relativ stabil und beeinflusst verschiedene Aspekte der selbstbeurteilten Lebensqualität stärker als umge…