Forensische Psychiatrie
89 flashcards · Law · by Emanuela Kraxner
Was sind die Aufgaben der forensischen Psychiatrie?
Fachspezifische Begutachtung zur Frage der Zurechnungsfähigkeit Vernehmungs- und Verhandlungsfähigkeit Haftfähigkeit Gefährlichkeitsprognose Behandlung psychisch kranker Rechtsbrecher unter Einbeziehung medizinischer, pädagogischer, sozialedukativer, psychoedukativer, psychologischer, psychotherapeutischer Maßnahmen
Rolle des Gutachters, Stellung im Verfahren
Beweismittel "Gehilfe des Gerichts" Unparteilichkeit
Mögliche Hinweise auf die Notwendigkeit einer psychiatrischen-psychologischen Begutachtung
Aktuelle Auffälligkeiten: im Gespräch, bei der Vernehmung oder in der Hauptverhandlung Eindruck von Unreife, psychischer Abnormität, Minderbegabung Persönlichkeitsauffälligkeiten: zb fehlende angemessene affektive Reaktion, erschwerte Auffassung, Vorbeireden, Gedächtnisstörungen Äußerungen, die den Verdacht auf derzeit bestehende oder frühere krankhafte Erlebnisse nahe legen: zb. Depression, Angst, übersteigendes Krankheitsbefürchtungen, Zwangssymptome, Verfolgungsideen, Halluzinationen, Selbst…
Probleme der gutachterrolle
Neutralität versus therapeutischer Grundhaltung vermitteln zwischen zwei parallelen Denksystemen Fehlen einer gemeinsamen Sprache Kompetenzstreit Ermessensspielraum
Aufbau des Gutachtens
Adressierung an auftraggebende Stelle Personalien des Untersuchenden und Aktenzahl Auftragserteilung und Fragestellung Darlegung der Untersuchungsgrundlagen Auszüge aus den Akten und medizinischen Unterlagen Allgemeine Exploration: Familienanamnese (Heredität) Medizinische Anamnese Biographie innere Lebensgeschichte Tatschilderung/Vorfallsschilderung/Leidensangaben 7. Befunde psychischer Befund Testpsychologie Körperlicher Befund Zusatzbefunde (Labor, EEG, Röntgen, CCT etc.) 8.Toxikologische Be…
Beurteilung der Zurechnungsfähigkeit nach der psychiatrischen Krankheitslehre
körperliche Begründbare Störungen akute organische Psychosen --> nicht zurechnungsfähig Organische Persönlichkeitsveränderungen --> eingeschränktes Dispositionsvermögen 2.Endogene Psychosen akute schizophrene und affektive Psychosen --> nicht zurechnungsfähig Symptomfreie Intervalle und leichte Residualzustände --> eingeschränktes Dispositionsvermögen 3.Psychische Variationen Schwachsinn, leichtere Formen (intellektuelle Minderbegabung und Debilität) --> eingeschränkt diskretionsfähig Schwachsi…
Häufigsten Fehlerquelle bei forensisch-psychiatrischen Gutachten: Fehlerquelle Anamnese (Befunderhebung)
unvollständige Exploration: muss in Kindheit beginnen ansonsten ist es unvollständig Nichteinbeziehung früherer Krankheitsgeschichten thematische Beschränkung der Anamnese und Aktenstudium Erhebung von Fehldaten zb. wenn man Angaben, die Begutachtete macht als Fakt ansieht und nicht kennzeichnet, dass das nur eine Erwähnung von ihm ist
Häufigsten Fehlerquelle bei forensisch-psychiatrischen Gutachten: Fehlerquelle Befunde
Kein psychiatrischer/psychologischer Befund Unvollständige Befunde: Tests, EEG etc. Widersprüche Vermutungen (Psychoanalyse): kann höchstens im Konjunktiv formuliert werden, aber darf nicht als Fakt hineingeschrieben werden (zb. Der Befragte zeigt Anzeichen einer affektiven Störung etc. aber nicht: der Befragte hat ganz sicher eine affektive Störung)
Häufigsten Fehlerquelle bei forensisch-psychiatrischen Gutachten: Probandenbezogene Abwehrhaltung ( wenn Gutachter subjektive Wertung nicht außen vor lassen kann)
Vorwürfe Verdächtigungen Einseitige Materialauswahl "Verdammungsurteil" (zb. Der Pädophile hat sicher schon x-mal Kinder missbraucht und wird in Zukunft sicher noch mehr Kinder missbrauchen etc.)
Häufigsten Fehlerquelle bei forensisch-psychiatrischen Gutachten: Perzeption der Prozessrollen
Übersteigertes "Gehilfentum" (zb. dürfen sich nicht vom Richter pressen lassen und den Boden der Fachlichkeit verlassen) Anklagendes Interesse Tatermittelndes Interesse: kann anregen, dass die Polizei auch Umfeld des Täters befragt etc. aber Gutachter darf nicht selbst ermitteln Richtendes Interesse (Gutachter ist nicht Richter und darf als ein solcher nicht handeln)
Probleme im Bereich der Auftraggeber
Mangelnde Kenntnisse über Grenzen, Möglichkeiten und Verlauf eines therapeutischen Prozesses Unrealistische Erwartungen (Heilung): Richter versteht nicht, dass gewisse Krankheiten nicht heilbar sind Mit Weisungsurteilen wird die Verantwortung künftiges Wohlverhalten des Klienten an den Therapeuten delegiert: zb.: Proband nimmt Medikamente nicht und Richter macht Therapeuten dafür zuständig, der Proband ist aber selbst zuständig, niemand kann jedem Patienten 24/7 hinterherlaufen Mangelnder Inter…
Was ist Psychopathologie?
im weitesten Sinn das wirkliche bewusste psychische Geschehen, soweit es eine Norm über- oder unterschreitet. Wie weit oder eng diese Normen sind, ist von der gegebenen Kultur oder Zeit abhängig (Anmerkungen von Mitschrift: Normen sind aufgrund Kultur und Zeit Abhängigkeit variabel, gibt auch viel mehr Diagnosen als früher) daneben existieren psychische Zustandsbilder, die in alles und bekannten Kulturen als abnormal, als krankhaft gelten, die in allen Gesellschaften als fremdartig angesehen we…
Was bezeichnen wir als Psychose?
Psychose als Erkrankung psychiatrische Bezeichnung für viele Formen psychischen Andersseins und psychischer Krankheit, die teils durch erkennbare Organ- oder Gehirnerkrankungen hervorgerufen werden und deren organische Grundlagen hypothetisch sind (Schizophrenien, affektive Psychosen, atypische Psychosen, psychotische Reaktionen, organische Psychosen, endokrine Psychosen, substanzinduzierte Psychosen, "Pfropfpsychosen" bei Minderbegabung ( Anmerkung Mitschrift: Psychosen sind schwere Erkrankung…
Differenzierung von Subtypen nach DSM IV der affektiven und schizophrenen Gruppen
Schizophrene Katatoner Typus: Bewegungsstörungen, diese Menschen erstarren, sehr gefährlich, da sie durch die Erstarrung sterben können Paranoider Typus: hat wiederkehrende Wahneinfälle Indifferenter Typus Desorgan Typus Residuum: wenn Krankheit schon ausgebrannt ist und Erkrankten nichts mehr interessiert, aber die Krankheit davor da war und symptomatisch war (?) Schizo-affektive KH: hat aus beiden Gruppen Symptome 2.Affektive manische Episoden Bipolare affektive Erkrankung: Gemüt schwankt zwi…
Melancholie (Major Depression), Manie und bipolare affektive Erkrankung
Melancholie Gedrücktheit psychomotorische Hemmung Insuffizienzgefühle Entschlusserschwerung wechselnde, nicht besonders aufdringliche Ideen große Selbstmordgefahr Körperliche Symptome ergänzen das Bild (Anmerkung: Stoffwechsel ist betroffen, Wunden heilen langsamer etc.) 2.Manie Euphorie Beschäftigungsunruhe Reichtum an Ausdrucksbewegungen Rededrang Ideenflucht gehobenes Selbstbewusstsein rasch wechselnde Größenideen Körperlich: Wunden heilen zb. schneller 3.Manisch-depressive Krankheit manisch…
Schizophrenie nach ICD-10
Die schizophrenen Störungen sind allgemein durch grundlegende und charakterliche Störungen von Denken und Wahrnehmung (hören, sehen, spüren etc.), sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickeln können. Die wichtigsten psychopathologischen Phänomene sind: Gedanken lautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankena…
Schizophrenie nach DSM-IV
Das DSM-IV verlangt, dass die schizophrenen Symptome mindestens seit 6 Monaten bestehen, davon 1 Monat aktive Phase einschließen, die durch mindestens zwei der folgenden Symptome gekennzeichnet: Wahnideen Halluzinationen desorganisierte Sprache grob desorganisiertes oder katatones Verhalten und negative Symptome Die übrige Zeit kann aus einer Prodromalphase (vor der aktiven Symptomatik) oder einer Residualphase (nach der aktiven Symptomatik) bestehen. Die Prodromal- bzw. Residualphase schließen…
Erstrangsymptome nach Kurt Schneider der Schizophrenie
Wahnwahrnehmungen Dialogische Stimmen (also wenn jemand mit einem redet) Kommentierende Stimmen Gedankenausbreitung Gedankenlautwerden Gedankeneingaben Gedankenentzug Willensbeeinflussungserlebnisse: Gefühle, Gedanken, Bewegung, Handlungen ( dass diese ihm "eingegeben" worden sind) Leibeshalluzinationen
Verlaufstypen der Schizophrenie
kontinuierlicher Verlauf Schubhaft-progredient: zwischen Schüben gibt es nicht wirklich eine Rückbildung schubhaft: zwischen den Schüben gibt es eine Rückbildung
Veränderungen in Affekt und Antrieb: Negativsymptomatik
gekennzeichnet durch Chronizität Schwerpunkt: Einbußen im Bereich von Emotionalität und Antrieb typisch für schizophrene Prozesspsychosen: Kranke fällt hinter ein bereits erreichtes Ausgangsniveau zurück
Sprach- und Denkstörungen Schizophrenie: Begriffsbildungsstörungen
Basis ist eine Instabilität des semantischen Denkens. Begriffe können nicht mehr klar voneinander abgegrenzt werden, verlieren an Trennschärfe und können dem Erleben des Kranken folgend, zu neuen Metaphern agglutiniert Kontaminationen: (Verschmelzungen) sind Zusammenfügungen heterogener Begriffe, deren einzelne Bestandteile noch erkennbar sind (z.b Bundesschwuler, Kirchtreppenmettwurstruntertreter Neologismus: eine Steigerungsform der Begriffsverschmelzungen zu betrachten. Das dem Neologismus z…
Sprach- und Denkstörungen Schizophrenie: Duktusstörungen
unter Duktus versteht man den sich im Sprachlichen abbildenden Gedankengang Beurteilt wird die Quantität der Sprachproduktion, die Kohärenz des Gedankengangs und die Erreichung des Denkziels
Sprach- und Denkstörungen Schizophrenie: produktiv-psychotische Symptome
Wahrnehmungsveränderungen Schneidersche Erstrangsymptome Wahn
Sprach- und Denkstörungen Schizophrenie: Illusionäre Verkennungen
Unaufmerksamkeitsillusionen Äußere Sinnesreite werden infolge kurz dauernder Unaufmerksamkeit ergänzt (Überlesen von Druckfehlern, Ergänzungen beim Hören eines Vortrages) Affektillusionen Mann hält beim einsamen nächtlichen Spaziergang durch den Wald einen Baumstamm für eine menschliche Gestalt. Der Melancholische verkennt beispielsweise in der Angst vor dem ermordet werden die Kleider an der Wand als hängende Leiche (fast immer unbeständig und aus Affekt erklärbar)
Sprach- und Denkstörungen Schizophrenie: Pseudohalluzinationen
Der Trugcharakter der Wahrnehmung wird erkannt, es besteht aber zwischen echten Halluzinationen und Pseudohalluzinationen fließende Übergänge
Sprach- und Denkstörungen Schizophrenie: Echte Halluzinationen
Der Halluzinierende ist nicht mehr in der Lage, seine Halluzinationen in einen Zusammenhang mit dem übrigen Erleben zu bringen, weil entweder wenig übriges Erleben vorhanden (chronische Schizophrenien) oder die Fähigkeit zum Herstellen der Zusammenhänge eingeschränkt ist (akute Psychosen, organische Psychosen). ( Halluzinationen für sie die Wahrheit)
Sprach- und Denkstörungen Schizophrenie: Modalität von Wahrnehmungsveränderungen
Akustisch Optisch Coenästhetisch Taktil Olfaktorisch Gustatorisch
Wahn als psychoreaktives Phänomen I
Wahnkriterien nach K. Jaspers Subjektive Gewissheit (kein Wechsel des Bezugsystems mehr möglich, keine theory of mind-keine andere Interpretation der Gedanken als die eigene ist möglich) Unkorrigierbarkeit (Unmöglichkeit des Inhaltes) 2.Kretschmer 1918 paranoide Wahnentwicklung als als in unerträglichen Lebenssituationen wirksam werdender Fluchtmechanismus ( gehäufte paranoide Reaktionen nach Milieuwechsel in sprach- und kulturfremde Umgebung) Auslöser: ethische Niederlagen, beschämend erlebtes…
Wahn als psychoreaktives Phänomen II
enzlaff, pfäfflin, 2004 Misslingen einer angemessenen Verarbeitung des konstituierenden Konflikts, Verstärkung der Wahnsymptomatik wiederholtes scheitern an der Realität Retterstol 1987 Frühe tiefe Unsicherheit, Kontaktstörungen, Isolation
Def. Wahn
Wahn ist die absolute Gewissheit, argumentative Unkorrigierbarkeit =Betroffene "weiß" dass der SV so ist und nicht anders
Wahnthema und Aggression
Aggressionshandlung öfter bei Themen die Identität und Interpersonalität betreffen: Verfolgungs- Vergiftungswahn Wahnhaft angenommene Fremdkontrolle und Beeinträchtigung Massive Todesdrohung Intensive langanhaltendes Bemühen um Desaktualisierung subjektive Notwehr, wahnhafte Wehrlosigkeit Wahn mit Einbeziehung des späteren Opfers Liebes- und Eifersuchtwahn (sehr verherrend)
Wahnqualität und Aggression
Aggression wahrscheinlicher bei: hohem Grad der Systematisierung intensiver Wahndynamik expansiver Wahnentwicklung
Wahn, Aggression und komorbide Störungen
Allgemein kriminogene Faktoren treffen auch hier zu: Aggressionsbereitschaft erhöht bei Vorliegen generell impulskontrollmindernder Faktoren: Substanzmissbrauch hirnorganische Störungen Aggressionsbereitschaft erhöht bei dissozialer Persönlichkeitsstruktur
Anteil alkoholisierter Täter
Tötungen: ca. 60% Schwere Körperverletzung: ca. 50% Notzucht: ca. 75% Raub: ca 40% Widerstand gg die Staatsgewalt: ca. 80% Betrug und Fälschung: 3,4%
Aggressionsdelikte unter Alkoholeinfluss
Finnland 55-72% Schweden 70-75% USA 24-55% Komorbidität mit dissozialer Persönlichkeitsstörung
BAK
Widmark Formel A=c x p x r A= genossene Alkoholmenge in Gramm C= Blutalkoholkonzentration P = Körpergewicht in Kilogramm R= Reduktions- oder Verteilungsfaktor (konstitutionsabhängig: Frauen u. adipöse Männer 0,6, normalgewichtige Männer 0,7, sehr magere Männer 0,8-0,9)
Schweregrad der Berauschung: Leichter Rausch BAK 0,5-1,5
Minderung des Reaktionsvermögens Enthemmung Kritiklosigkeit Euphorie Stimulation Vermehrter Rede- und Tatendrang subjektiv erhöhte Leistungsfähigkeit = Zurechnungsfähigkeit erhalten
Schweregrad der Berauschung: Mittelgradiger Rausch 1,6-2,5
Benommenheit und motorische Unsicherheit Euphorie oder Gereiztheit verminderte Selbstkritik und -kontrolle Ausrichtung auf direkte Triebbefriedigung Explosibles Verhalten = Zurechnungsfähigkeit evtl. eingeschränkt aber prinzipiell erhalten
Schweregrad der Berauschung: Schwerer BAK über 2,6
Bewusstseinstrübung Desorientiertheit Situationsverkennung Realitätsverlust Erregung Sprach-, Gang- und Gleichgewichtsstörungen = Zurechnungsfähigkeit (meist) aufgehoben ( nur meist, da manche noch immer gut funktionieren, da sie habituliert sind)
Syndromale Einteilung der Alkoholintoxikation nach Athen (Schwere Berauschung)
Orientierungsstörung Personenverkennung zusammenhanglose Äußerungen paranoid-halluzinatorisches Syndrom Störungen der Affektlage (dysphorisch-gereizt, suizidal, gereizt-aggressiv) schablonenhafte Reaktionsmuster (Perseveration eines einmal begonnenen Verhaltens = wenn man eigenes Verhalten einfach durchzieht) assoziative Lockerung des Denkens, Sprunghaftigkeit der Äußerung amnestisches Syndrom
Alkohol und Strafen
53% der Eingewiesenen: erster stationärer Therapieversuch überhaupt durch Einweisung in die Maßnahme 92,5% der Eingewiesenen: Vorstrafen 72% der Eingewiesenen: erhebliche Vorstrafen
Persönlichkeitsstörungen (Störung und keine Erkrankung)
Persönlichkeit ist eine mehr oder weniger stabile und überdauernde Organisation einer Person hinsichtlich Charakter, Temperament, Intellekt und Physis, die ihre einzigartige Anpassung an die Umwelt bestimmt im psychologischen und psychiatrischen Verständnis bedeutet Persönlichkeit die Summe aller psychischen Eigenschaften und Verhaltenbereitschaften, die dem einzelnen seine eigentümliche, unverwechselbare Individualität Persönlichkeitsstörung= macht die Persönlichkeitsstruktur der Person aus
Was sind Persönlichkeitsstörungen?
Tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslage zeigen deutliche Abweichungen in Wahrnehmung, Fühlen, Denken und in Beziehung zu anderen Verhaltensmuster sind stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche von Verhalten und psychischen Funktionen verursacht Leidenszustände Beginnen in Kindheit oder Adoleszenz, dauern lebenslang an beruhen nicht auf einer anderen psychischen Störung oder Hirnerkrankung
Kritik, Unschärfen der Persönlickeitsstörungen
Stigmatisierungsproblem (K. Jaspers): "Menschlich aber bedeutet die Feststellung des Wesens eines Menschen eine Erledigung, die bei näherer Betrachtung beleidigend ist und die Kommunikation abbricht" Persönlichkeitsstörungen primär als Interaktionsstörungen (= zeigt sich nur wenn man mit anderen Menschen interagiert) Persönlichkeitsstörungen als eine Kombination von grundlegenden Gedanken über sich selbst (zb "ich bin hilflos") und entsprechenden interaktionellen Verhaltensstrategien (zb. Anhän…
Persönlichkeitsstörungen Unterarten: Cluster A
Es gibt 3 große Unterarten von Persönlichkeitsstörungen Cluster A ICD-10 paranoid und schizoid (Achtung nicht mit Wahn oder Schizophrenie verwechseln: NICHT das gleiche) DSM-IV paranoid, schizoid, schizotypisch
Persönlichkeitsstörungen Unterarten: Cluster B
ICD-10 emotional instabile Borderline - impulsiver Typ histrionisch dissozial DSM-IV Borderline histrionisch dissozial narzisstisch Anmerkung: Betroffene einer Cluster B Persönlichkeitsstörung sind am häufigsten vor Gericht
Persönlichkeitsstörungen Unterarten: Cluster C
ICD-10 ängstlich abhängig anankastisch passiv aggressiv DSM-IV selbstunsicher abhängig zwanghaft passiv aggressiv Anmerkung: sind am seltensten vor Gericht anzutreffen
Paranoide Persönlichkeitsstörung
Die paranoide Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch Misstrauen (bis hin zur häufigen Annahme von Verschwörungen, um Ereignisse zu erklären), Misstrauen dauernden Groll starke Selbstbezogenheit Handlungen oder Äußerungen anderer Personen werden häufig als feindlich missgedeutet = auch wenn es nett gemeint wird
Schizoide Persönlichkeitsstörung
Rückzug von affektiven Kontakten Sozialen Kontakten und anderen Kontakten übermäßige Phantasie einzelgängerisches Verhalten in sich gekehrte Zurückhaltung begrenztes Vermögen Gefühle auszudrücken und Freude zu erleben Anmerkung harmlos wenn man sie alleine lässt werden höchstens kriminell wenn man sie bedrängt und sie sich eingeengt fühlen
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
auch borderline Persönlichkeitssörung genannt impulsive Handlungen ohne Berücksichtigung der Konsequenzen häufige, unvorhersehbare und launenhafte Stimmungschwankungen Neigung zu intensiven und instabilen, kurzen Beziehungen oft mit Folge einer emotionaler Krise Störungen und Unsicherheit bezgl. des Selbstbildes, zielen und inneren Präferenzen anhaltendes Gefühl der Leere heftige Zornausbrüche mit teilweise gewalttätigen Verhalten gegen andere oder sich selbst autoaggressive Verhaltensweise und…
Histrionische Persönlichkeitsstörung
früher als hysterische Persönlichkeitsstörung Übertreibung Tendenz zu Dramatisierung Öberflächlchkeit labile Stimmungslage gesteigerte Beeinflussbarkeit dauerndes Verlangen nach Anerkennung Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen Erhöhte Kränkbarkeit übermäßiges Interesse an körperliche Attraktivität Diese Personen haben oft hohes Schauspielerisches Talent schreiben sich in jeder Lage in eine Rolle zu wenn sie keine Aufmerksamkeit bekommen: stellt extrem bedrohliche Situation dar in größeren Gesellsch…
Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung
Zweifel Perfektionismus übertriebene Gewissenhaft ständige Kontrollen große Vorsicht uns Starrheit im Denken und Handeln: zeigt sich als Unflexibilität und Pedanterie und Steifheit übermäßiges beschäftigen mit Details und Regeln: können beharrliche und unerwünschte Gedanken und Impulse auftreten die nicht Schwere einer Zwangsstörung erreichen Fähigkeit Gefühle auszudrücken vermindert Betroffene wirken kühl und rational nach Außen Anpassungsfähigkeit ist eingeschränkt Leistungsorientiert Im Arbe…
Ängstliche Persönlichkeitsstörung
übermäßige Sorge bis zur Überzeugung abgelehnt zu werden überzeugt unattraktiv oder minderwertig zu sein dauernde Angespanntheit Besorgt sein Lebensstil durch starke Einschränkungen unterworfen Teilweise überempfindlich gegenüber Ablehnung oder Kritik
Abhängige (asthenische) bzw. dependente Prsönlichkeitsstörung
mangelnde Fähigkeit zu eigenen Entscheidungen ständiges appellieren an die Hilfe anderer Abhängigkeit von und unverhältnismäßige Nachgiebigkeit gegenüber anderen Angst, nicht für sich selbst sorgen zu können Angst, von nahestehenden verlassen zu werden und hilflos zu sein Verehrend bei Müttern mit gewalttätigen Männern, da sie auch Kinder nicht vor Gewalt schützen
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
mangelndes Selbstbewusstsein Ablehnung eigener Person nach innen ausgeprägtes Selbstbewusstsein nach Außen Suche nach Bewunderung und Anerkennung schenken anderen Menschen wenig Aufmerksamkeit übertriebenes Gefühl der Wichtigkeit hoffen Sonderstellung einzunehmen und zu verdienen ausbeutendes Verhalten Mangel an Empathie können wahnhafte Störungen auftreten und Größenideen auffällige Empfindlichkeit gegenüber Kritik wird, vor allem im Familienbereich, Netz aus Intrigen gespannt um sich ins Rech…
Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung
tiefgreifendes Muster negativistischer Einstellungen und passiven Widerstands gegenüber Anregung und Leistungsanforderungen von anderen Menschen kurz und knapp: sagen zu allem ja, aber amchen es dann nicht und verweigern Sachen nciht aktiv
Antisoziale Persönlichkeitsstörung
Besteht ein tief greifendes Muster von Missachtung und Verletzung der Rechte anderer, das seit dem 15. Lebensjahr auftritt. Min. 3 der Kriterien müssen erfüllt sein: Versagen, sich in Bezug auf gesetzmäßiges Verhalten gesellschaftlichen Normen anzupassen, was sich in wiederholtem Begehen von Handlungen äußert Falschheit: durch wiederholtes Lügen, Gebrauch von Decknamen oder dem Betrügen zum persönlichen Vorteil/Vergnügen Impulsivität oder Versagen vorausschauend zu planen Reizbarkeit und Aggres…
Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Missachtung sozialer Pflichten herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere Zwischen Verhalten und herrschenden sozialen Normen besteht erhebliche Diskrepanz Verhalten auch durch Strafen nciht änderungsfähig geringe Frustrationstoleranz niedrige Schwelle für aggressives und gewalttätiges Verhalten Neigung andere zu beschulden oder Rationalsierungen für Verhalten anzubieten durch das betreffende Partei in Konflikt mit Gesellschaft geraten ist Anmerkung: hoher Anteil Gefängnisinsassen haben d…
PCL-R (Test ob jemand Psychopath ist)
Item 1 Trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charm Item 2 Erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl Item 3 Stimulationsbedürfnis, (Erlebnishunger), ständiges Gefühl der Langeweile Item 4 Pathologisches Lügen (Pseudologie) Item 5 Betrügerisch-manipulatives Verhalten Item 6 Mangel an Gewissensbissen Item 7 Oberflächliche Gefühle Item 8 Gefühlskälte, Mangel an Empathie Item 9 Parasitärer Lebensstil (materielles ausnutzen anderer) Item 10 Unzureichende Verhaltenskontrolle (der Gefü…
§11 StGB
Wer zur Zeit der Tat wegen einer Geisteskrankheit, wegen Schwachsinn, wegen einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung (zb. sehr starker Alkoholkonsum) oder wegen einer anderen, eine, dieser Zustände gleichwertigen seelischen Störung unfähig ist, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, handelt nicht schuldhaft.
§21 StGB
Abs 1 Begeht jemand eine Tat, die mit einer ein Jahr übersteigenden Freiheitsstrafe bedroht ist, und kann er nur deswegen nicht bestraft werden, weil er sie unter dem Einfluss eines die Zurechnungsfähigkeit ausschließenden Zustands begangen hat, der auf einer geistig seelischen Abartigkeit von höherem Grad beruht, so hat ihn das Gericht in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher einzuweisen, wenn nach seiner Person, nach seinem Zustand und nach der Art der Tat zu befürchten ist, dass er sonst un…
Rauscheinfluss: §287 StGB
Wer sich, wenn auch nur fahrlässig, durch den Genuss von Alkohol oder den Gebrauch eines anderen berauschenden Mittels in einen die Zurechnungsfähigkeit ausschließenden Rausch versetzt, ist, wenn er im Rausch eine Handlung begeht, die ihm außer diesem Zustand als Verbrechen oder Vergehen zugerechnet würde, ist ... zu bestrafen Anmerkung: bei fehlender Zurechnungsfähigkeit wird man bestraft, da man sich betrunken hat
§22 StGB (totes Recht)
Wer dem Missbrauch eines berauschenden Mittels ergeben ist und wegen einer im Rausch oder im Zusammenhang mit seiner Gewöhnung begangenen strafbaren Handlung im Zustand voller Berauschung verteilt wird, ist ... in eine Anstalt für Entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher einzuweisen, wenn nach seiner Person und nach der Art der Tat zu befürchten ist, dass er sonst im Zusammenhang mit seiner Gewöhnung an berauschenden Mittel oder Suchtmittel eine mit Strafe bedrohte Handlung mit schweren Folgen oder…
Quantitative Duktusstörungen
Qualitative Duktusstörungen
Perseverationen Häufig bei organischen Psychosyndrom, aber auch bei Schizophrenien Bereitliegende Wort Schablonen werden in Sprachsequenz mehrmals wiederholt Inkohärentes Verlust des logischen Zusammenhangs der Sprache Entgleisung Abgleiten der Gedanken in eine andere Richtung: Nebengedanken drängen auch auf und substituieren die Hauptgedanken Sperrungen Auslassungen, bei denen es, im Unterschied zu Entgleisungen nicht zu einer Substitution durch Nebengedanken kommt. Der Hauptgedanke verschwind…
Modalität von Wahrnehmungsveränderungen
Akustisch Optisch Coenästhetisch Taktil Olfaktorisch Gustatorisch
Abgrenzung der Schizophrenie von den endogenen affektiven Erkrankungen
Kraeplin Schizophrenie Entscheidend sind nicht irgendwelche Symptome oder charakteristische Syndrome, sondern ein mit "Defektbildung" einhergehender Verlauf: Bipolaritätsphänomene fehlen 2.manische-depressive KH Durch häufige Rezidive geprägter phasischer Verlauf mit jeweils vollständigen Remissionen im Intervall: Bedeutung der Bipolaritätsphänomene K. Schneider Schizophrenie Entscheidend sind Erstrangsymptome wie Wahnwahrnehmungen, Gedankenlautwerden Gedankenausbreitung Gedankeneingabe Gedanke…
The Mask of Sanity (Cleckley 1941)
Falsch und unaufrichtig Kennt weder Reue noch Schamgefühl Antisoziales Verhalten, das weder angemessen motiviert noch geplant ist und dessen Ursachen eine unerklärliche Impulsivität zu sein scheint Geringe Urteilskraft und Unfähigkeit zum Lernen aus Erfahrung pathologisch egozentrisch, vollkommen selbstzentriert; unfähig zu wirklicher Liebe und Bindung genereller Mangel an tiefen und dauerhaften Emotionen fehlen jeglicher Einsicht; unfähig, sich selbst mit den Augen anderer zu sehen Keine Anerk…
Item 1: Trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächliche Charm
Oberflächlich Selbstdarstellung= oberflächlich/flach & schwer zu glauben emotionale Äußerungen erscheinen aufgesetzt und unecht versucht sich selbst in gutem Licht darzustellen erzählt unwahrscheinliche Geschichten; hat überzeugende Erklärungen für sein Verhalten variiert seine Stellungnahmen, wenn er durch Fakten oder Unstimmigkeiten herausgefordert wird verwendet Fachausdrücke und Jargon, oftmals unpassend ist im Gespräch und zwischenmenschlich Verhalten gewinnend und einnehmend
Item 2: Erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl
Grandios der Blick für die eigene Möglichkeiten und den Selbstwert ist völlig überzogen selbstsicher und rechthaberisch überhöht/übertreibt seine soziale Stellung & sein Ansehen betrachtet die äußeren Umstände als das Resultat von Pech sieht sich als Opfer des Systems schenkt die Zukunft nur wenig Beachtung
Item 3: Stimulationsbedürfnis (Erlebnishunger), ständiges Gefühl der Langweile
chronisches & übermäßiges Bedürfnis nach Stimulation ständiges Gefühl der Langweile tut gerne Dinge, die aufregend, gefährlich oder herausfordern sind hat möglicherweise viele Arten von Drogen ausprobiert und konsumiert empfindet Schule, Arbeit und lang dauernde Beziehungen oft als langweilig und ermüdend verweigert wahrscheinlich Aufgaben, die er als Routine, monoton oder uninteressant empfindet bzw. wird diese schnell wieder beenden
Item 4: Pathologisches Lügen
Lug und Trug-charakteristischer Teil der Interaktion lügt ausgearbeitet über Vergangenheit, obwohl er weiß, dass Geschichten leicht nachprüfbar ist Bereitschaft zu lügen und wie einfach es scheint kann bemerkenswert sein wenn konfrontiert mit Geschichte: ist nicht verlegen, sondern ändert einfach die Geschichte Hintergehen anderer unabhängig von eigenem Gewinn
Item 5: Betrügerisch- manipulatives Verhalten
manipuliert ohne Rücksicht auf die Rechte anderer verdreht Wahrheit betrügt mit Selbstsicherheit und offensichtliche Angst liebt es andere zu betrügen
Item 6: Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein
rationalisiert; spielt Bedeutung seiner Aktionen herunter minimiert Auswirkungen seines Verhaltens auf andere projiziert die Schuld auf andere oder die äußeren Umstände könnte seine Unschuld beteuern oder die Beteiligung an Straftaten minimieren könnte behaupten, man habe ihm etwas angehängt oder er sei ungerecht behandelt worden könnte behaupten, we habe eine Amnesie oder Erinnerungslücken für die Ereignisse rund um das Delikt
Item 7: oberflächliche Gefühle
erscheint unfähig, die normale Spannweite und Tiefe von Gefühlen zu erleben emotionale Ausbrüche sind im allgemeinen dramatisch, aber flach und kurzlebig macht den Eindruck, dass er/sie schauspielert und dass sich unter der Oberfläche wenig zu wirklicher Bedeutung abspielt behauptet starke Gefühle zu erleben, kann Feinheiten verschiedener affektiver Zustände nicht beschreiben kann Liebe mit sexueller Erregung, Traurigkeit mit Frustration und Ärger mit Irritierbarkeit gleichsetzen Gefühle nicht…
Item 8: Gefühlskälte, Mangel an Empathie
Einstellungen und Verhaltensweisen zeigen einen basalen Mangel an Empathie und eine Missachtung der Gefühle, Rechte und des Wohlergehens anderer ist nur mit sich selbst beschäftigt und sieht andere lediglich als zu manipulierendes Objekte ist zynisch und selbstsüchtig hat kein Skrupel, andere Leute, auch solche, die von einem Unglück betroffen sind oder die psychischer oder physischer Behinderung leiden, zu verspotten sieht Emotionalität als Zeichen von Schwäche
Item 9: Parasitärer Lebensstil
materielles Ausnutzen anderer ist ein bewusster Bestandteil in seinem Lebens obwohl selbst leistungsfähig, vermeidet er regelmäßige, einträgliche Arbeit; stattdessen verlässt er sich ständig auf die Familie, auf Verwandte, Freunde oder öffentliche Unterstützung bekommt was er will, indem er sich als hilflos darstellt oder als jemand, der Sympathie und Unterstützung verdient, indem er Drohung oder Zwang einsetzt oder die Schwächen seines Opfers ausnutzt
Item 10: Unzureichende Verhaltenskontrolle
ist schnell verärgert/wütend oder frustriert, besonders wenn er trinkt häufig verbal ausfallend (zerschlägt dinge, schubst, ohrfeigt oder schlägt andere Menschen) die Ausfälle können plötzlich und unprovoziert sein die Ausbrüche sind häufig kurzlebig
Item 11: Promiskuität
sexuelle Bindungen zu anderen sind unpersönlich, zufällig oder belanglos; kommt zum Ausdruck durch; häufige Liasonen (one night stands), gleichzeitiges bestehen mehrerer Sexualbeziehungen, häufige Untreue, Prostitution kann andere zu sexuellen Handlungen zwingen und Anklagen oder Verurteilungen wegen tätlicher sexueller Übergriffe haben
Item 12: Frühe Verhaltensauffälligkeiten
zeigt als Kind (bis 12) gravierende Verhaltensauffälligkeiten wie Lügen, Betrug, Diebstahl, Raub, Brandstiftung, Schule schwänzen, Schulabbruch Substanzmissbrauch (einschließlich Alkohol und Schnüffeln) Vandalismus Gewalt Einschüchterung Weglaufen von Zuhause frühreife sexuelle Aktivitäten Verhaltensweisen sind ernster als die, die von den meisten Kindern gezeigt werden und führen oft zu Beschwerden von anderen Leuten, zum Schulverweis oder zu Kontakten mit der Polizei
Item 13: Fehlen von realistischen, langfristigen Lebenszielen
hat keine realistischen Langzeitpläne und Verpflichtungen hat in den Tag hinein gelebt, denkt nicht an die Zukunft hat sich hinsichtlich seiner finanzielle Versorgung übermäßig auf seine Familie, Freunde oder soziale Hilfen verlassen hat schlechte Bildungs- und Arbeitsbescheinigungen kann an den Haaren herbeigezogene Pläne oder Projekte beschreiben
Item 14: Impulsivität
tut Dinge aus der Eingebung des Augenblicks heraus --> auch Straftaten verschwendet nur wenig Zeit darauf, die Konsequenzen seiner Handlungen zu bedenken wechselt häufig Arbeitsstellen, Schulen oder Beziehungen ist ein Herumtreiber; lebt wie ein Nomade mit häufigen Wechsel seines Wohn- Aufenthaltsortes ist schnell gelangweilt; hat Schwierigkeiten, Dinge zu tun, die anhaltende Aufmerksamkeit erfordern liebt es, Dinge zu tun die aufregend, riskant und herausfordernd sind
Item 15: Verantwortungslosigkeit
Verhalten bedingt häufig Belastungen oder Risiken für andere unzuverlässig als Lebenspartner/Elternteil; Fehlen von adäquaten Verbindlichkeiten in Beziehungen, versagt in der Versorgung von Kindern etc. Arbeitsverhalten ist inadäquat: kommt häufig zu spät, fehlt etc. unzuverlässig mit Geld: hatte Ärger wegen Zahlungsverpflichtungen, Nichtbezahlen von Rechnungen oder Kindsunterhalt
Item 16: Mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen
ist unfähig oder unwillig, persönliche Verantwortung für eigenes kriminelles wie nicht kriminelles Handeln zu übernehmen oder für Konsequenzen dieses Handelns einzustehen hat üblicherweise einige Entschuldigungen für sein Verhalten, einschl. Rationalisierung und Verschiebung der Schuld auf andere (Gesellschaft, Familie, Opfer des System etc.) übernimmt in oberflächlicher Art und Weise Verantwortung, um dann jedoch zu bagatellisieren oder sogar negative Folgen eigenen Handelns gänzlich abzustrei…
Item 17: Viele kurzzeitige eheähnliche Beziehungen
geht mehrere eheähnliche Beziehungen ein- eheähnliche Beziehung sind definiert als eine Form des Zusammenlebens, die einen gewissen Grad der gegenseitigen Verpflichtung der Partner beinhaltet solche Beziehungen schließen sowohl formal-legitimierte (Standesamt, Kirche) als auch gewohnheitsrechtliche Lebensgemeinschaften und sowohl hetero- als auch homosexuelle Beziehungen ein Ausnahme es scheint angebracht, dieses Item dann nicht zu codieren, wenn der Proband sehr jung ist und die überwiegende Z…
Item 18: Jugendkriminalität
hatte als Jugendlicher Verhaltensprobleme zuhause und in der Schule hatte als Jugendlicher Ärger mit Gesetz häufige und vielseitige antisoziale Aktivitäten
Item: 19 Missachtung von Weisungen und Auflagen
Beging im Erwachsenenalter (älter als 18 Jahren) einen Weisungsverstoß während der Bewährungszeit oder entwich aus der Unterbringung Weisungsverstöße gegen die Bewährungsauflagen beinhalten sowohl formaljuristische als auch nicht kriminelle Verstöße (Weisungsverstöße zb Alkoholmissbrauch als Verstoß gegen Bewährungsauflagen) oder neue Anklagen oder Verurteilungen in dieser Phase Entweichungen aus der Unterbringung beinhalten Ausbrüche und Missbrauch von Ausgängen und Urlauben. In besonders schw…
Item 20: Polytrope Kriminalität
sein (Erwachsenen-) Strafregisterauszug beinhaltet Anklagen und Verurteilungen für verschiedenste Straftaten nicht delikttreu: begeht Delikt welches gerade für ihn passt
Topographie der psychiatrischen Diagnostik (wichtig: bei Prüfung muss Diagnose so ablaufen)
ad Symptome Erkennbare Erlebnis- und Verhaltensweisen, die sich aus dem alltäglichen gewöhnlichen Gebrauch des Menschen einer bestimmten Kultur herausheben ad Syndrom Typische Systemkonstellationen (wenn es Krankheitsbilder gibt bei denen bestimmte Konstellationen von Symptomen erwartet werden = dann ist es ein Syndrom) ad klinisches Bild Syndrom Konstellationen mit geklärter Pathogenese (muss überprüft werden, ob es einen anderen Grund für Krankheit geben könnte) ad Erkrankung Klinisches Bild…