Strafrecht II - Prüfungsschritte - Versuch
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Wie wird der volle Tatentschluss geprüft?
Täter ist zur vollständigen Umsetzung entschlossen die innere Entscheidung zur Tat ist ausschlaggebend Gekennzeichnet durch Vorsatz hinsichtlich aller objektiven TBM (§ 5) Vorsatzgrad ist zu bestimmen!
Wie wird die Ausführungshandlung/Ausführungsnahe Handlung geprüft?
§ 15 (2) Versuchsstrafbarkeit beginnt gem leg cit mit Vornahme einer der Ausführung unmittelbar vorangehenden Handlung Ausführungshandlung jede zumindest tw dem Wortlauttatbestand des Delikts entsprechende Handlung Erfolgsdelikt: Handlung die in Erfolg mündet (zb § 127 = Wegnahme) schlichtes Tätigkeitsdelikt: die im Gesetz beschriebene Handlung Ausführungsnahe Handlung diejenige Handlung, die direkt und unmittelbar in die Ausführungshandlung münden soll = ohne Zwischenschritte bewertet nach Ein…
Wann ist eine Handlung ausführungsnahe?
Eindruckstheorie wenn aus Sicht eines verständigen begleitenden Beobachters (= Mensch mit Durchschnittsfähigkeiten) der mit Tatplan und spezifischen Vorstellungen des Täters vertraut ist im ZP der Handlung (ex ante) die Handlung ohne weitere selbstständige Zwischenschritte (manipulative Zwischenakte) in die Tatbestandsverwirklichung einmünden soll. Ausführungsnähe bei zweiaktigen Delikten setzt Ausführungsnähe zum 1. Akt voraus, sofern der 2. Akt im unmittelbaren Anschluss folgen soll.
Wie wird die tauglichkeit des Versuchs geprüft?
1. Stufe: Ist der Versuch tauglich oder untauglich? beurteilt anhand hypothetischer Anfangsprognose mit wissen ex post = gesamtes im Nachhinein bekanntes Wissen über den Fall in den Tatzeitpunkt transferiert wenn untauglich: Feststellung, ob sich Untauglichkeit auf Tatsubjekt, Tathandlung oder das Tatobjekt bezieht dann zu Stufe 2 wenn tauglich: Weiter mit Rechtswidrigkeit 2. Stufe: ist der Versuch relativ oder absolut untauglich? nach § 15 (3) relativ untauglich = wenn die Deliktsvollendung ni…
Wann ist ein Versuch tauglich?
wenn er bloß aufgrund zufälliger Gründe nicht vollendet wird. Also das Scheitern der Tatausführung nicht vorprogrammiert ist.
Wann ist ein Versuch untauglich?
wenn sein Scheitern in Tatsubjekt (nur bei Sonderdelikt), Tatobjekt oder in der Tathandlung bereits vorprogrammiert ist. Also rechtliche oder tatsächliche Gründe, die in den Genannten liegen, der Vollendung entgegenstehen.
Wozu zählen Instrumente der Tat hinsichtlich Tauglichkeit?
Zur Tathandlung
Wie wird der absolut untaugliche Versuch der Handlung geprüft?
Eindruckstheorie (Rsp) wenn aus Sicht eines verständigen begleitenden Beobachters (= Mensch mit Durchschnittsfähigkeiten) der mit Tatplan und spezifischen Vorstellungen des Täters vertraut ist es im ZP der Handlungsvornahme (ex ante) geradezu denkunmöglich erscheint, dass die Verwirklichung des Tatplans zur Vollendung führen kann Objektive Beurteilung (Teil der Lehre) Beurteilung objektiv ex post bei Handlung in der Klausur nicht verwenden!
Wie wird der absolut untaugliche Versuch des Tatobjekts geprüft?
Eindruckstheorie (hM) wenn aus Sicht eines verständigen begleitenden Beobachters (= Mensch mit Durchschnittsfähigkeiten) der mit Tatplan und spezifischen Vorstellungen des Täters vertraut ist es im ZP der Handlungsvornahme (ex ante) geradezu denkunmöglich erscheint, dass die Verwirklichung des Tatplans zur Vollendung führen kann Objektive Theorie (OGH) Beurteilung objektiv ex post = mit dem Wissen, das im Nachhinein vorhanden ist
Wie wird der absolut untaugliche Versuch des Tatsubjekts geprüft?
Betrifft nur Sonderdelikte (denn nur diese benötigen ein bestimmtes Tatsubjekt) Beurteilung objektiv ex post -> untaugliches Tatsubjekt stets absolut untauglich
Wann wird der Rücktritt beim Versuch nicht geprüft?
Wenn im SV keine Rücktrittshandlung indiziert ist -> unproblematisch und nicht zu prüfen
Wie wird der Rücktritt vom Versuch geprüft?
Unterschiedliche Voraussetzungen je nachdem ob beendet/unbeendet § 16 (1) 1. Fall: einfacher Rücktritt vom unbeendeten Versuch Endgültige Aufgabe der Tatausführung Freiwilligkeit (Frank'sche Formel und Roxin'sche Formel) § 16 (1) 3. Fall: tätiger Rücktritt vom beendeten Versuch Abwendung des Erfolgs (Rücktrittswilliger Täter trägt Erfolgsabwendungsrisiko) Freiwilligkeit (Frank'sche Formel und Roxin'sche Formel) Eigenes Zutun des Täters gefordert wird aktives Gegensteuern durch gefahrneutralisie…
Wann ist ein Rücktritt freiwillig?
wenn er nicht durch zwingende Hinderungsgründe veranlasst wird, sondern aus dem selbstgesetzten Motiv erwächst.
Wann ist ein Rücktritt unfreiwillig?
wenn er durch Hinderungsgründe veranlasst wird, die vom Willen des Täters unabhängig sind und seine Entschlussfreiheit lähmen.
Wie wird geprüft, ob ein Versuch fehlgeschlagen ist?
beurteilt aus subjektiver Sicht des Täters fehlgeschlagen, wenn Täter erkennt oder glaubt, dass die Vollendung nicht mehr möglich ist Einzelaktstheorie wenn 1. Akt fehlschlägt, wird 2. Akt als neuer Versuch gewertet Gesamtbetrachtungslehre sieht Tatgeschehen als einheitlichen Vorgang stellt auf Sicht des Täters im ZP des Rücktrittsverhaltens ab Also: glaubt Täter im ZP ob er Erfolg noch herbeiführen kann oder nicht
Wie verhält sich der misslungene Versuch zum fehlgeschlagenen?
Misslungen, wenn die Vollendung objektiv nicht möglich war Fehlgeschlagen, wenn aus Täter erkennt oder glaubt, dass Vollendung nicht mehr möglich ist
Wann ist der Versuch beendet?
Täter glaubt, alles zur Vollendung der Tat Erforderliche getan zu haben Beurteilung subjektiv durch den Täter im ZP in dem er die Tatausführung abbricht
Wann ist der Versuch unbeendet?
Täter glaubt noch weiterhandeln (= noch weitere Schritte setzen) zu müssen, um das in Aussicht genommene Delikt zu vollenden Beurteilung subjektiv durch den Täter im ZP in dem er die Tatausführung abbricht (Abbruchstheorie) oder nach dem Tatplan (Tatplanperspektive)
Welche Formeln gibt es für die Freiwilligkeit des Rücktritts?
Psychologiosche Theorien Frank'sche Formel Normative Theorien Roxin'sche Formel
Was ist die Frank'sche Formel zur Freiwilligkeit?
Stellt auf die Psyche des Täters ab. Subjektive Tätersicht angesichts gegenüber Tatplan geänderter Umstände „Ich kann nicht, obwohl ich will“ = unfreiwillig „Ich will nicht, obwohl ich kann“ = freiwillig Autonome bzw. heteronome Motive: Heteronom = unfreiwillig = Motive von außen (z.B. Polizei fährt vorbei) Autonom = freiwillig = Motive die vom Täter kommen.
Was ist die Roxin'sche Formel zur Freiwilligkeit?
Theorie der Verbrechervernunft (abgestellt auf den durchschnittlichen Verbrecher). unklug = unfreiwillig = wenn anderer Täter auch aufgehört hätte klug = freiwillig = wenn anderer Täter weitergemacht hätte Strafzwecktheorie: Bewertet wird Sinneswandel des Täters. Würde Täter die Tat in derselben Situation wieder begehen? Ja = unfreiwillig Nein = freiwillig
Wie ist Ausführungshandlung/Ausführungsnahe Handlung bei 2-aktigen Delikten zu sehen?
Ist 1. Akt bereits gesetzt, liegt Ausführungshandlung vor, nicht ausführungsnahe