Strafrecht II - Prüfungsschritte - Beitragstäterschaft

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  1. Was ist die Rechtsgrundlage für die Beitragstäterschaft?

    § 12 3. Fall

  2. In welcher Reihenfolge werden die Strafbarkeiten des § 12 geprüft ?

    unmittelbarer Täter Bestimmungstäter Beitragstäter

  3. Wie wird die Beitragshandlung geprüft?

    1) Vornahme einer Beitragshandlung Kann Tun oder Unterlassen sein (siehe Unterlassen unten) Handlung, welche die Ausführung der Tat durch einen anderen ermöglicht, erleichtert, absichert oder in anderer Weise fördert auch psychische Beitragstäterschaft ist möglich 2) Abgrenzung zur Bestimmungstäterschaft Es kommt darauf an, ob der Beitragstäter die Ausführung der Tat initiieren (Bestimmungstäter) oder ein bereits in Gang gekommenes Geschehen, insbesondere die Ausführung eines schon gefassten Ha…

  4. Wie wird die Kausalität des Beitrags geprüft?

    Schon die geringste Unterstützung, welche die Handlung irgendwie fördert und bis zur Vollendung (erfolgs-)wirksam bleibt, genügt.

  5. Wie wird die Tatausführung durch den unmittelbaren Täter bei der Beitragstäterschaft geprüft?

    1) Vollendung obj Tatbestand muss vollendet sein 2) Förderung der Tat des unmittelbaren Täters durch die Beitragshandlung 3) Keine qualitative Akzessorität Strafbarkeit des Beitragstäters hängt nicht von Strafbarkeit des unmittelbaren Täters ab -> es genügt, dass er die Tat ausführt und vollendet dh RW, Vorsatz, ... des unmittelbaren Täters unbeachtlich 4) Beitrag zum Versuch Tritt unmittelbarer Täter bloß in das Versuchsstadium ein, ist auch der Beitragstäter nur wegen Beitrag zum Versuch stra…

  6. Welche Beitragshandlungen gibt es?

    neben einem aktiven Mithelfen reicht auch eine bloße Beratung zb: Töte X nicht durch erwürgen, sondern durch ertränken weil ...

  7. Wie wird der Beitrags- und Vollendungsvorsatz geprüft?

    Der Beitragstäter muss mit dem Vorsatz handeln, die Ausführung einer hinreichend individualisierten Tat eines anderen zu fördern 1) Deliktspezifischer Tatbildvorsatz grds reicht dolus eventualis aber wenn Delikt bestimmten Vorsatzgrad erfordert, muss dieser auch beim Beitragstäter vorliegen 2) Vollendungsvorsatz Beitragsvorsatz muss auf Vollendung der Tat durch den unmittelbaren Täter gerichtet sein 3) hinreichend konkreter Vorsatz Vorsatz muss sich nach Angriffsrichtung und Unrechtsgehalt auf…

  8. Wie wirkt sich ein RFG des unmittelbaren Täters auf den Beitragstäter aus?

    stellt keine Rechtfertigung für Beitragstäter dar (selbiges gilt natürlich umgekehrt, wenn Beitragstäter gerechtfertigt ist)

  9. Wie wirkt sich ein Entschuldigungsgrund des unmittelbaren Täters auf den Beitragstäter aus?

    stellt keine Entschuldigung für Beitragstäter dar

  10. Wie wird das Rücktrittsverhalten beim Beitrag zum Versuch geprüft?

    Verhinderung der weiteren Tatausführung des unmittelbaren Täters gem § 16(1) 2. Fall Erfolgsabwendung gem § 16 (1) 3. Fall Putativrücktritt gem § 16 (2) freiwilliges und ernstliches Rücktrittsbemühen ist dem erfolgreichen Rücktritt des Beitragstäters § 16 (1) 2.+3. Fall gleichgestellt wenn die Ausführung oder der Erfolg ohne sein Zutun unterbleibt

  11. Nach welchem Schema wird der fahrlässige Beitragstäter geprüft?

    idR nach den Schema des unmittelbaren Fahrlässigkeitstäters prüfen = Fahrlässigkeitsdelikt Achtung: Beim zu prüfenden Delikt trotzdem § 12 3. Fall angeben!

  12. Wie ist der Beitragsversuch (also, fehlschlagen der Beitragshandlung) beurteilt?

    ist gem § 15 (2) e contrario straffrei

  13. Wann ist eine Handlung eine Beitragshandlung?

    Handlungsförderungstheorie: Handlung des unmittelbaren Täter muss erleichtert, gefördert oder unterstützt worden sein

  14. Was bedeutet keine qualitative Akzessorietät bei der Beitragstäterschaft (im Schritt Tatausführung durch den unmittelbaren Täter)?

    der unmittelbare Täter muss (nur) den obj. Tatbestand erfüllen er muss nicht vorsätzlich, rechtswidrig und schuldhaft handeln dh Beitragstäter ist auch strafbar, wenn unmittelbarer Täter zb nicht schuldhaft handelt