Diskrete Strukturen - 2. Kapitel - Mengen
Mengen, Teilmengen, Rechenoperationen an Mengen
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Was sind natürliche Zahlen ?
Die Menge N = {1,2,3,...} Nehmen wir die Zahl ”0” hinzu, so schreiben wir N0 ={0,1,2,3,...} Die natürlichen Zahlen sind geordnet: Zu jeder Zahl n gibt es einen eindeutigen Nachfolger n+1
Was sind ganze Zahlen ?
Die Menge Z = {...,−2,−1,0,1,2,3,...} Jede natürliche Zahl ist auch eine ganze Zahl: N ⊆ Z
Was sind rationale Zahlen ?
Die Menge Q = { pq\frac p qqp | q ≠\not == 0 und p, q ∈ Z } heißt Menge der rationalen Zahlen oder auch Menge der Bruchzahlen
Was sind reelle Zahlen ?
Die Menge R der reellen Zahlen besteht aus den rationalen Zahlen und aus Zahlen, die sich beliebig genau durch rationale Zahlen ”approximieren” ( annähern ) lassen z.B. die Zahl Pi
Was sind komplexe Zahlen ?
Die Menge C = {x + i · y |x, y ∈ R} heißt Menge der komplexen Zahlen Die Zahl i ∈ C wird imaginäre Einheit genannt stellen eine Erweiterung der reellen Zahlen dar. Ziel der Erweiterung ist es, algebraische Gleichungen wie { x2+1=0\displaystyle x^{2}+1=0x2+1=0 } bzw. { x2=−1\displaystyle x^{2}=-1x2=−1 } lösbar zu machen.
Welche Zahlenmengen sind abgebildet ? (von innen nach außen)
natürliche Zahlen ganze Zahlen rationale Zahlen reelle Zahlen komplexe Zahlen
(Rechenregeln für Ungleichungen) Für a, b, c ∈ Q gilt: a < b und b < c ⇒ a < c a < b ⇔ a + c < b + c a < b ⇔ ac < bc falls c > 0 a < b ⇔ ac > bc falls c < 0
Die Regeln bleiben auch gültig, wenn man < durch ≤ ersetzt
Wenn bn b^n bn = a für a ,b ≥ 0, n ∈ N, so heißt b die n-te Wurzel von a. Man schreibt b = na n\sqrt ana oder auch b = a1n a^\frac 1 nan1 und b ist für jede positive reelle Zahl a eindeutig bestimmt.
Rechenregeln für Potenzen:
Absolutbetrag oder kurz Betrag einer reellen Zahl s ist definiert durch |a| = a wenn a ≥ 0 und |a| = -a wenn a < 0
Menge ist eine Zusammenfassung von bestimmten und wohlunterschiedenen Objekten unserer Anschauung oder unseres Denkens zu einem Ganzen. Die Objekte einer Menge M werden die Elemente von M genannt.
a ∈ M - wenn a ein Element von M ist a ∉\not ∈ ∈ M - wenn a kein Element von M |A| - Mächtigkeit oder auch Kardinalität ist die Anzahl der Elemente einer Menge A Beispiel: M = {1, 2, 3, 4, 5} ist die Menge, die aus den Zahlen 1, 2, 3, 4 und 5 besteht. Es ist 1 ∈ M, aber 7 ∉ \not ∈∈ M |{1, 2, 3}| = 3
Zwei Mengen sind gleich, wenn sie dieselben Elemente beinhalten. Auf die Reihenfolge der Elemente kommt es also nicht an A = {i, n, f, o, r, m, a, t, i, k} und A = {k, i, t, a, m, r, o, f, n, i}
Jedes Element einer Menge wird nur einmal gezählt und braucht auch nur einmal angeschrieben werden. Die Menge der Buchstaben des Namens ”OTTO” ist daher M={O, T}
Zählen Sie die Elemente der Menge A = {x ∈ Z : x2x^2x2 = 4} auf:
A = {2, -2};
Wie viele Elemente beinhaltet die Menge C = {a, b, c, a, b, c}
|C| = 3
Die Elemente einer Menge können selbst komplexere Strukturen sein z.B. Mengen oder Tupel. Beispiel: {[k, 2k] : k ∈ Z} ist die Menge von Paaren ganzer Zahlen, deren zweite Komponente doppelt so groß ist wie die erste. Elemente dieser Menge sind z. B. [−1, −2], [0, 0] und [5, 10].
Beispiel: Mit der Menge der Booleschen Werte B ist {[a, b] : a ∈ B, b ∈ B} = {[0, 0], [0, 1], [1, 0], [1, 1]} die Menge aller Paare von Wahrheitswerten. Beispiel: {{a, b} : a ∈ N, b ∈ N | a 6= b} ist die Menge der zwei-elementaren Teilmengen von N. Elemente dieser Menge sind z. B. {1, 2}, {1, 42} und {17, 42}
Was ist eine Teilmenge ?
Eine Menge A heißt Teilmenge einer Menge B, wenn jedes Element von A auch Element von B ist x ∈ A ⇒ x ∈ B Man schreibt dann A ⊆ B. Ist A weder gleich noch Teilmenge von B, so schreibt man A ⊈ B D={1, 2, 3} ⊆ E={1, 2, 3} - eine Teilmenge da die gleich sind
Was ist eine echte Teilmenge ?
A ist Teilmenge von B, aber A ≠ \not== B ( sind nicht identisch ) so schreibt man A ⊂ B oder A ⊊ B . Wenn jedes Element von A auch in B enthalten ist. Wenn B zudem weitere Elemente enthält, die nicht in A enthalten sind, so ist A eine echte Teilmenge von B und B ist eine echte Obermenge von A. A={1, 2, 3} ⊂ B={0, 1, 2, 3} - eine echte Teilmenge da die nicht gleich sind
Was ist eine Potenzmenge ?
Die Potenzmenge P(M) einer Menge M ist die Menge, die alle Teilmengen ( mögliche Kombinationen von Elementen) von M als Elemente enthält: P(M) = {X |X ⊆ M} Für die Potenzmenge P(M) einer n-elementaren Menge M gilt die Mächtigkeit (Kombinationsmöglichkeiten): | P(M)| = 2n 2^n2n Beispiel: E = {1, 2, 3 } > > > | E| = 3 > > > P (E) = 232^323 = 8 P(E) = {∅, {1}, {2}, {3}, {1, 2}, {1, 3}, {2, 3}, {1, 2, 3}} - hier sieht man das es 8 Teilmengen gibt
Was ist ein Durchschnitt zweier Mengen ?
Der Durchschnitt zweier Mengen A und B ist die Menge aller Objekte, die sowohl Elemente der Menge A als auch der Menge B sind. A∩B = {x | x ∈ A ∧ x ∈ B}
Was ist eine Vereinigung zweier Mengen ?
Sind alle Elemente zweier Mengen A und B die sich zu einer neuen Menge vereinen. Die Menge U soll dabei die Menge sein, die alle möglichen Elemente enthält. Sie wird Universum genannt. A∪B = {x | x ∈ A ∨ x ∈ B}
Was sind disjunkte Mengen ?
zwei Mengen A und B die Kein gemeinsames Element haben. Zwei Mengen sind also genau dann disjunkt, wenn die Menge A ∩ C kein Element besitzt. Eine solche Menge ohne Elemente nennt man „Leere Menge“, welche als ∅ notiert wird oder { }. A ∩ C = ∅ Da sie keine Elemente hat, ist ihre Mächtigkeit |∅| = 0 Die leere Menge ist eine Teilmenge einer jeden Menge.
Was ist die Differenz zweier Mengen ?
ist die Menge der Elemente von A ohne die Elemente von B. A\B = {x | x ∈ A und x ∉\not∈∈ B} - (" A ohne B ") Ist B eine Teilmenge von A, so bezeichnet man A\B auch als das Komplement von B in A und schreibt dafür ¬B (weil B in A ist, sind die Elemente deren Differenz die Elemente die in A sind aber nicht in B und das sind die ¬B Elemente)
Was ist eine Komplementärmenge ?
Die Menge aller Elemente, die nicht zu A gehören, heißt Komplement von A. ¬A = {x | x ∉\not∈∈ A} Ist A eine Teilmenge von B (alle Elemente von A gehören B) ist die Differenz von denen das Komplement von A in B und man kann es ¬A schreiben Das Komplement (die Komplementärmenge) ist ein Spezialfall der Differenzmenge. Offensichtlich ist jede Komplementärmenge auch eine Differenzmenge, eine Differenzmenge muss jedoch keine Komplementärmenge sein. Differenzmenge ist der allgemeinere Begriff.
Komplementärmenge: Beispiel M = { x | (x ∈ N) ∧ (P(x) )}. P(x) sind alle geraden Zahlen.
M = { x | (x ∈ N ) ∧ (¬P(x))}. ¬P(x) sind alle ungeraden Zahlen
Mengenoperationen: Kommutativität
A ∩ B ⇔ B ∩ A A ∪ B ⇔ B ∪ A
Mengenoperationen: Assoziativität
A ∩ (B ∩ C) ⇔ (A ∩ B) ∩ C A ∪ (B ∪ C) ⇔ (A ∪ B) ∪ C
Mengenoperationen: Distributivität
A ∩ (B ∪ C) ⇔ (A ∩ B) ∪ (A ∩ C) A ∪ (B ∩ C) ⇔ (A ∪ B) ∩ (A ∪ C)
Mengenoperationen: Absorption
A ∩ (A ∪ B) ⇔ A A ∪ (A ∩ B) ⇔ A
Mengenoperation: de Morgan
¬(A ∩ B) ⇔ (¬A ∪ ¬B) ¬(A ∪ B) ⇔ (¬A ∩ ¬B)
Mengenoperation: doppelte Komplementbildung
¬(¬A) ⇔ A
Mengenoperation: Idempotenz:
A ∩ ¬A = A A ∪ ¬A = A
Mengenoperation im Fall A ⊆ B - Was ist die Vereinigung, der Durchschnitt, die Differenz ?
A ∪ B = B; A ∩ B = A; A \ B = ∅ ( Die Differenz gibt es nicht da A "im" B ist) Zusatz: A ∪ ∅ = A; (Mengenoperation: neutrales Element) A ∩ ∅ = ∅; A ∪ G = G; A ∩ G = A ( A Vereinigung mit einen Leeren Menge ist gleich A, und der Durchschnitt mit einen Leeren Menge gibts nicht ist auch leer) ( A Vereinigung mit Grundmenge alles außerhalb A ist G weil es ja A absorbiert, und der Durchschnitt ist ja die ganze Menge A)
Mengenoperation: Teilmengen
A ⊆ A ∪ B; B ⊆ A ∪ B A ∩ B ⊆ A; A ∩ B ⊆ B Teilmengen sind gleich A = B
Mengenoperation: leere Mengen
A ∪ ¬A = G; (sind eigentlich alle Elemente) A ∩ ¬A = ∅ ¬∅ = G; ¬G = ∅ G = Grundmenge (alle Elemente)oder U = Universum
Vereinfachung von Mengenausdrücken:
Was ist das Kartesisches Produkt ?
Das kartesische Produkt M × N (gesprochen “M kreuz N”) zweier Mengen M und N ist die Menge aller geordneten Paare (x, y) mit x ∈ M und y ∈ N: M × N = (x, y) | x ∈ M und y ∈ N. Man bezeichnet (x, y) als geordnetes Paar (auch: Tupel). Zwei geordnete Paare (x, y) und (x′ , y′ ) sind genau dann gleich, wenn x = x′ und y = y′ ist {1, 2} × {3, 4} = {(1, 3), (1, 4), (2, 3), (2, 4)} Anmerkung: A × B ist nicht gleich B × A
Kartesisches Produkt: Die Menge aller Paare, in denen auf einen der Buchstaben x oder y eine der Ziffern 1, 2 oder 3 folgt.
{[a, b] : a ∈ {x, y}, b ∈ {1, 2, 3}} Fur die erste Komponenten eines Paares gibt es zwei Möglichkeiten (x bzw. y). Fur die zweite Komponente eines Paares gibt es jeweils drei Möglichkeiten (1, 2 bzw. 3). Insgesamt gibt es also 2 · 3 = 6 mögliche Paare, nämlich [x, 1], [x, 2], [x, 3], [y, 1], [y, 2], [y, 3] Daher ist {[a, b] : a ∈ {x , y}, b ∈ {1, 2, 3}} = {[x, 1], [x, 2], [x, 3], [y, 1], [y, 2], [y, 3]}
Seien L, M, N beliebige Mengen. Dann gelten folgende Rechengesetze: (L ∩ M) × N = (L × N) ∩ (L × M) N × (L ∩ M) = (N × L) ∩ (N ×M) (L ∪ M) × N = (L × N) ∪ (M × N) N × (L ∪ M) = (N ×L) ∪ (N ×M) L × M = ∅ ⇔ L = ∅ ∨ M = ∅